-Volitus- 2. Aufzug

Nach dem Long Island Ice Tea fiel Jon in einen Halbschlaf mit der rechten Gesichtshälfte auf einen halb-klebenden Cola / Orangenlimonadefleck liegend. Er machte dabei keine Geräusche und so fiel es auch niemandem auf, wie er so da lag. Er fühlte sich wohl dabei. Ziemlich warm war es ihm, aber er musste nicht schwitzen. Er konnte auch ganz einfach seinen Körper für ein paar Zentimeter entrinnen und die Uhr und das Fenster hatten keine Bedeutung mehr für ihn.

Jon träumte von sich selbst. Er sah sich selbst so, wie er sich gerne haben wollte. Er war in dieser Traumgestalt eine Art Kugel mit leicht texturierter Oberfläche. Diese Kugel, sie schien nicht wirklich aus einem festen Material zu bestehen war blau. Die Kugel hatte kein Gesicht, keine Augen oder Extrimitäten. Sie war einfach perfekt rund und er konnte alles sehen was vor ihm lag, was er allein bestimmt. Er lag nicht und flog nicht, sondern war einfach irgendwo. Er konnte auch keine Bewegungen ausführen sondern war am nächsten Ort , sobald er es wollte.
Dieser Ort war für ihn ein hoher Hügel, aber noch kein Berg. Er konnte hinunter schauen und das Sonnenlicht blendete ihn beinahe. Der Boden war unter ihm ein gelbbrauner erdiger Weg der nach unten in das vor ihm liegende Tal führte. Das Tal bestand aus rechteckig angelegten Feldern in unterschiedlichen gelbtönen. Vor diesem erdigen hintergrund sah er vor sich auf dem Hügel, also ganz nah einen tief-grünen Baum mit dunkelbraunem Stamm. Das Licht fiel nicht durch ihn hindurch, so wie er sich die Szenerie jetzt ansah, aber hätte er sich in die richtige Position gedacht, hätte er die Sonne durch die Blätter sehen können. Im Moment aber war die Sonne direkt neben dem Baum stehend. Er musste nicht blinzeln oder spührte einen ähnlichen Effekt, er konnte sich einfach nur das Bild anschauen für immer , in seinen Gedanken.

Jedoch war er jetzt wieder in seiner dunklen Bar. Sein Gesicht platt gedrückt und halb taub auf einem ekligen Tresen , der nach versifften Resten von Flüßigkeiten und Erdnüssen roch. Er hörte den Regen gegen die Scheiben schlagen und die Uhr ticken. Das lehre Glas vor ihm und der Geschmack von Alkohol in seinem Mund, den er garnicht mochte. Dabei ein Gefühl von Kälte und eine dumpfe Unruhe im Kopf ungefähr im hinteren Teil, rechts, die sich auch auf den Rest seines Körpers auszuweiten drohte. Meist passierte das in den Fingern zuerst und irgendwann schlägt sich das dann auch auf seine Laune aus und er wird ziemlich arrogant und unterträglich gegenüber denen, die sich wenigstens temporär mit ihm abfinden konnten.

“ Ist alles in Ordnung mit dir ? “ , fragte Karin.

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