Das Ich

Die Qualität eines geschriebenen Textes sind mir weder in Zukunft noch in der Gegenwart gegenwärtig. Sie ist eine dynamische Größe, die neben dem Schreibenden, vor allem auch seine Leserschaft bestimmt.
Ein Text , der zu seiner Zeit passt mag uns heute langweilig und überladen vorkommen mit den Motiven unserer Zeit. Hingegen ist er in Zukunft eine ausführliche Quelle oder Inspiration im Zusammenhang mit einer Neuerung, die sich in der Gegenwart niemand vorstellen konnte.

Um jedoch Entwicklung zuzulassen bedarf es einer bestimmten Interpretaionsfreiheit des Textes, falls der Autor dies wünscht. So kann er seine Zunkunft maßgeblich beeinflußen, es kann aber natürlich auch diesbezüglich keine Garantien geben. Selbst der Werbetext einer Waschpulverschachtel kann in ferner Zukunft als Zeichen , Methapher und Symbol umgedeutet bzw. erweitert werden.

Die Undeutigkeit der Sprache und vor allem des Textes, was uns so viele Probleme im Alltag bereitet, siehe ich hier als kreative Lücke, die ausgefüllt werden kann, und das vor allem in unserer Sprache auf so viele Arten. Es gibt da gute Ansätze wie das Schreiben von Kommentaren, die es erlauben ein generelles Feed-Back zu geben. Sie zeigen dem Autor, wie die Botschaft des Textes aufgenommen und verstanden wurde, und sogar das zeigt ihm bereits eine Abwandlung von dem, was ursprünglich vieleicht mal die Intention war für den Text.
Alles in allem lässt sich also deuten was man will, der Text ist dabei garnicht so wichtig. Er muss manchmal sogar nur eine gewisse Grundstimmung tragen und sofort wird er dramatisch, komisch, stimmig, sachlich oder auch langweilig, so dass niemand ihn je zu Ende ließt, es sei denn man wird oder ist veranlagt dazu.

/* Bitte ignorieren
Worum es wirklich geht ist die Entdeckung einer Sympathie im Text. Sollte es Metatext geben oder ähnliches , so gibt es sicherlich komische Zufälle und hineininterpretiertes in kreuzendem, aber vielmehr denke ich, dass ich mir hier vieles einbilde oder einbilden möchte. */

So ist Aktiona , auch eine Form von Text in ausgeführter Weise, manchmal die ehrlichste Art des Textes, der einem im alltäglichen begegnet. Vor allem die unbeholfene und unbeabsichtigte. Sie zeigt spontane Reaktionen auf unser Verhalten oder auf unser Aussehen. Es ist ehrlich, weil eigentlich unbewusst und damit nicht bewusst gesteuert durch angelerntes oder (Un-)Höfflichkeit. Diese Zeichen erschrecken einen manchmal , weil sie auch eine Seite von uns Aufdecken , die wir normalerweise nicht vermutet hätten oder weil wir eine Seite an uns interpretieren, die wir vorher nicht bedacht haben.

* Zwischeneinfluss

Die selbstinterpretierte Reaktion kann nicht interpretiert sein, bzw. die hier angedeutete unmotivierte Handlung lässt sich nicht auf Selbstreflektion anwenden. Wir können uns nicht neutral sehen, dafür beeinflußen wir uns zu sehr. Ich weiß nicht wie man genau das ausdrücken soll, aber es scheint mir, als sind wir mit uns selbst am allerwenigsten ehrlich.

*

Die Neuformung also , die wir durch andere Texte finden oder erfinden macht uns zu einem Menschen, der geformt ist. Ist das gefährlich? Die Veränderung von außen ist selbstinterpretiert, ja , aber sie ist auch von außen erst motiviert worden. Gebe ich mir nicht einmal die Chance mich zu verändern, dann ist die Veränderung selbst auch nich möglich. Hätte ich aber keine Chance mein schlechtes Ich zu ändern, könnte ich mich nicht entwickeln. Es liegt also an einem das gesunde Maß zu finden , an zuzulassender Beeinflußung, und genau dieses Wechselspiel aus Fremdeinfluss-Beeurteilung und Beeinflußung anderer, das könnte man Willen oder auch allgemeiner das Ich nennen. Finde ich, vieleicht.

Das hört sich jetzt sehr allgemein und in meinen Ohren sogar zu offensichtlich an, aber was bedeutet das. Es bedeutet, dass ich nicht wirklich entscheiden kann, wie ich genau werde, sondern ich kann nur entscheiden was ich nicht werde. Lehne ich alles ab, was man mir serviert, dann bin ich ein leeres Blatt oder vlt. sogar Nihilist, nehme ich alles an , könnte ich fanatisch werden oder unentschlossen und im schlimmsten Fall auch Nihilist. Das Mittelmaß zu finden bedeutet aber sich bewust einzuschränken ohne die Folgen der möglichen Annahme jemals kennenzulernen. Und vor allem kann ich nicht entscheiden, ob ich das wirklich werden will. Ich rede hier natürlich von grundlegender Materie. Die Prägung in frühsten Jahren ( und auch jetzt noch ) , da ich mich später ja selbst beeinfluße ( siehe Zwischeneinwurf ) .

Ähm , ja die Selbstbeinflußung basiert nur leider auf dem , was mir früher gegeben wurde und wird auch nur dadurch weiterentwickelt was mir irgendein Text ( z.Wdh. kann hier alles sein : Aktionen, Video, Ton , Gefühle ect. ) bietet. Die Persöhnlichkeitsentwicklung aus sich selbst heraus, man sagt manchmal, do it your way, ist doch dann leider nur ein Hirngespinst. Ich würde mich nicht besonders freuen wenn das war wäre. Deswegen vlt. auch der Aufruf in früheren Potst zur Revolution gegen dieses Gedankengut, aber die Möglichkeit besteht und deswegen soll das Internet damit gefüttert werden, um es darauf aufmerksam zu machen, dass auch das hier nur wiederholtes aus fremden Quellen gewonnenes ist.

Ich bemühe mich darum auch um eine möglichst offene Schreibweise mit oft verwirrend langen Sätzen, um eine Neuinterpretation zu ermöglichen, die durch Zufall evtl. hilft den Kreislauf zu durchbrechen, so dass wirklich neues entsteht. Das wäre dann der Urknall für mich.

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