Kuchen

Man tut nicht immer das, was von einem verlangt wird, was man tun müsste als Mensch.

Wenn ich einen Kuchen esse und eine andere Person isst den selben Kuchen, dann mag
ich den Kuchen nicht, der andere aber schon. Diese andere Person kann sich nicht
vorstellen das man den Kuchen nicht mögen kann und dann versucht er mir dies
begreiflich zu machen und mich zu überzeugen, dass der Kuchen schmeckt. Er fragt
was ich an dem Kuchen nicht mag und ich sage er ist mir zu süß. Der andere fragt mich
dann wie etwas zu süß sein könnte oder er meint, dass der Kuchen nicht zu süß ist,
er habe schon viel süßere Kuchen probiert.
Ich erwidere, dass ich gerade etwas süßes gegessen habe und ich keinen Hunger mehr
auf diesen Kuchen habe. Daraufhin erwidert die andere Person, dass ich den Kuchen also
doch mögen würde, nur dass ich keinen Hunger darauf hätte, weil ich ja satt sei.
Daraufhin meine ich, dass ich den Kuchen einfach nicht mögen würde und der
andere wiederum versteht es nicht. Beide sind unfähig zu erklären wieso sie
den Kuchen mögen, oder warum sie den Kuchen nicht mögen. Es geht über ihre
Fähigkeiten sich auszudrücken oder es liegt an der Sprache an sich oder es liegt
an der Sache selbst.

3 Gedanken zu „Kuchen“

  1. Es ist doch weniger die sprachliche Barriere, die jemanden aufhält etwas zu verstehen.
    Es ist glaube ich mehr eine Frage des Horizontes. Wenn es für die eine Person unverständlich ist diesen Kuchen nicht zu mögen, weil sie eben nichts an ihm auszusetzen hat, dann werden natürlich Fragen gestellt. Ich möchte aber an dieser Stelle am Intellekt der beiden Personen zweifeln, da Geschmack, Gefallen und Sättigung alles subjektive Eindrücke sind. Selbst wenn man weiß was eine andere Person macht, weiß man doch nicht, ob sie das macht, weil sie es mag, oder nicht. Subjektive Eindrücke bleiben verborgen.
    Im Prinzip kannst du der anderen Person sagen, du wärst satt. Wenn man jetzt vom eventuellen Lügen absieht, sollte doch relativ schnell klar sein, warum der Kuchen nicht gemocht ist. Aber bis dahin reicht oft der Horizont nicht.

    „Man tut nicht immer das, was von einem verlangt wird, was man tun müsste als Mensch.“ Ein Mensch „müsste“ nichts tun. Verlangen von anderen Menschen bezüglich einer anderen Person ist doch nicht als „müssen“ einzustufen. „Müssen“ ist eher eine Art der Abschätzung, was diese Person tun „müsste“ eben, glaube ich.

    Wolltest du eher auf den Aspekt hinaus, dass man im Prinzip es nie wirklich jemandem Recht machen kann, würde ich sagen, es ist natürlich im Menschen, Andere an sich angepasst zu haben und zu wollen, was sie sollen, bzw. was man gerne so hätte.

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  2. Ich weiß nicht, gerade dieses Beispiel entzieht sich doch deinem Argument, dass die beiden es nur subjektiv sehen und deswegen zu keinem Ergebnis kommen. Der Kuchen und dessen Geschmack um den es hier geht sind rein subjektiv zu begreifen, deswegen können die beiden sich nur auf dieser Ebene unterhalten. Sagt die eine Person sie ist satt, dann weicht es von diesem subjektivem Thema ab und das ist zwar eine Erklärung warum sie nicht isst , aber durchaus keine Erklärung wenn jemand sagt, dass er ihn nicht mag.
    Damit wollte ich auf das schwierige Thema Subjektivität hinweisen und ein Lösungsansatz ist eben die Sprache, welche nicht in der Lage ist die subjektiven Aspekte des Problems zu fassen, ganz so wie du schreibst die „[S]subjektiven Eindrücke bleiben verborgen“
    Auch deswegen habe ich das Thema Kuchen für so passend betrachtet, weil es sich im Allgemeinen immer wieder im Alltag wiederfinden lässt.
    Der erste Satz ist eine Verallgemeinerung des Problems. Es beschreibt die Machtlosigkeit der Menschen gegenüber wenn sie sich ausdrücken möchten, so dass es scheint, als ob der nächste sich absolut nicht so verhält wie man eigentlich davon ausgeht das er sich so verhält. Das spricht alles gegen die These, dass jede Aktion zurück geführt werden kann auf eine Ursache die als Reaktion auf einen Reiz zu deuten ist. Diese Phänomen ist ebenso immer in der Umwelt wiederzufinden.

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  3. Ich dachte du wolltest mehr darauf hinaus, wieso sich die beiden mit den Mitteln der Sprache nicht verstehen und nicht darauf, warum Subjektivität schlecht zu greifen ist.
    Trotzdem ist doch die Subjektivität an sich das Problem, nicht die Barriere der Sprache, denn wie will man einem etwas nicht-subjektiv übermitteln? Das ist ja wohl mal sowieso unmöglich. Ich plädiere auf Freispruch der Sprache und Arrestierung der inhärenten Subjektivität.

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