Gedanken über das Leben in einer Gruppe

„Das sagt ja dann schon viel über die Gruppe aus.“

Menschen und alle zu Vernunft begabten Wesen, die sich selbst von der Umgebung in der sie Leben unterscheiden können , sich also selbst erkennen und reflektieren, zu denen nur der Mensch gehört, sind wie viele andere Tiere dazu veranlagt Anhäufungen zu bilden, die sich Gruppen nennen.
Diese sind aus unterschiedlichen Gründen existent. Allgemein ist es ein Drängen nach Zusammengehörigkeit, welches unterschiedlich stark ausgebildet sein kann. Berichten zufolge gibt es in Ländern, in denen es noch möglich ist seinen Geburtstag zusammen mit den Tanten der Mutter zu feiern, ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl als in anderen Ländern, vor allem genannt immer diejenigen der westlichen Welt, die sich immer weiter gehend isolieren, als Individuum.
Ob dem so ist lasse ich ohne Beweis, die Kenntnis darum , welche sich auf allgemein Verfügbares Wissen stützt und nicht auf Fachwissen lässt bei einem so allgemeinem Gedanken doch den Schluss zu , unter der Voraussetzung , dass mein Verstand nicht durch Krankheiten beeinflusst ist, dass wir tatsächlich in dieser Situation leben.
Nun ist die Frage die ich diesem Text zur Aufgabe stelle, wieso der Mensch sich isoliert und wie es sein kann, dass er das Bedürfnis nach Gemeinschaft verliert.

Davon ausgehend, dass zumindest in meinem Studienbereich die Aufgaben am effektivsten durch Aufgabenteilung gelöst werden können, kann ich aus eigener Erfahrung dieses nur bestätigen. Es gibt keinen Ort, den ich kenne, in dem es mehr auf Kooperation ankommt. Es ist schwierig bis bewundernswert, wie ein einzelner es überhaupt schafft in diesem Informationswirrwarr zurecht zu finden und dabei nicht verloren zu wirken.
Das ist ein weiterer Aspekt neben dem des Erfolgsgedankens. Es ist ein Schutzreflex nicht verloren dazustehen. Man wird angreifbar wenn man nicht von einer Gruppe geschützt wird, die sich gegenseitig schützt zum Schutze aller. Somit wären Sicherheit und Erfolg wichtige Antriebsmotoren einer Gruppenbildung.
Dazu zählen noch andere Teilaspekte als die offensichtlichen. So kann ein Streben nach Sicherheit nicht nur vor potenziellen Feinden , sprich anderen Menschen sein, sondern auch ein sicheres Auftreten um sich im persönlichen Bereich weiter ausdehnen zu können. Als praktisches Beispiel ein Theaterbesuch. Sicherlich mag es Menschen geben die allein ins Theater gehen und sich das als persönliche Bereicherung anrechnen. Ich hingegen muss aus meiner Erfahrung heraus sprechen, dass solche Veranstaltungen in Gesellschaft erst richtig zu genießen sind, weil sie Austausch möglich machen und so einen viel stärkeren persönlichen Gewinn als wenn ich es so gut wie unreflektiert in mir versickern lasse.
Der Erfolg ist darin natürlich verwoben. Er wird hier auch nicht als materieller. sondern als intellektueller Erfolg verstanden.
So ist deutlich zu differenzieren, was genau gemeint ist mit den plumpen Begriffen Erfolg und Sicherheit. Sie hören sich in ihrer puren Form fast banal an und roh, als würden sie ein so weitgehendes Phänomen wie das zusammentreffen von Menschen mechanisch wirken. So als könnte man es ganz einfach verstehen. Dies ist bestimmt nicht der Fall.

Ein wichtiger weiterer Oberaspekt ist ein Sonderfall der Sicherheit. Sie entwickelt sich in einer Gruppe , und zwar zum Selbsterhalt. Es ist schwierig festzustellen, weil die Gruppe ihn selbst abstreiten wird , ebenfalls zum Schutz der eigenen Struktur. Es ist die Bildung eines Feindbildes / eines Idols.
Die zweite Möglichkeit ist nur eine andere extreme Richtung, die wir gesondert mit ähnlichen Argumenten betrachten können. Zur ersten etwas ausführlicher.
Der Mensch ist nun also in einer Gruppe, weil er sich sicher fühlen möchte und weil er dadurch einen Gewinn sieht. Er gewöhnt sich daran und an die anderen und ist damit ganz zufrieden. Gemessen an der Größe der Gruppe wird es auch so schnell nicht eintönig sondern hat die Illusion oder vielleicht sogar die Realität eines veränderlichen Organismus, dessen Teil man ist. Er soll geschützt werden, weil dieser Organismus auf einmal sich selbst wieder in einem Sicherheitsdefizit sieht. Seltsam, als wäre er nicht mehr das Individuum sondern die Maße, als dessen Teil er sich verschrieben hat. Mit Hilfe des Feindbildes gibt es einen großen gemeinsamen Nenner, der die Gruppe auf Dauer zusammenhält, vorzugsweise mit dem Ziel das Feindbild zu beseitigen, am besten natürlich so dass das gar nicht möglich ist. Es wird zum Hauptgesprächsthema, das nur nebenher besprochen wird. Keiner erwähnt es wirklich , aber ab und zu bricht es doch hervor, und selbst wenn der eine Teil der Gruppe die Entscheidung der Mehrheit noch nicht realisiert hat, so wird sie doch unter Wahrscheinlichkeit dieser Meinung zustimmen müssen, möchte sie weiterhin die wichtigen Voraussetzungen zur Sicherung des eigenen Bedürfnisses : Gruppe behalten.

Die Frage muss das sein ? Es ist nur ein anfänglicher Charakterzug einer Gemeinschaft. Mit der Zeit wird sich die Gruppe, gemessen an ihrer Größe so gleich vorkommen, dass sie nicht mehr den großen Nenner braucht um zusammen zuhalten. Es herrscht ein Vertrauen untereinander, welches Zweifel und eventuell sogar gewollte Angriffe von außen übersteht. Um das zu verwirklichen, muss erzwungener maßen der eine vom anderen Bescheid wissen in einer Weise, die sich in unserer Gesellschaft nicht realisiert hat bis heute, und das obwohl ich davon ausgehe das sie sich danach sehnt.

Zur Anfangsfrage also, wieso ist in westlichen Zivilisationen das Zusammengehörigkeitsgefühl so einen niedrigen Stellenwert zu haben scheint. Ich gehe davon aus das sie , also die Menschen eine Entwicklung durchmachen, in der sie sich vor so vielen Fragen stellen muss, die abzuwägen sind, und die sie entweder auf den Weg bringt, der dazu führt, dass die Entwicklung in einer stabile Einheit die sich gegenseitig vertraut und achtet und kennt, entweder unterstützt oder untergräbt. Die Entscheidung hängt am Individuum. Es gibt wohl Momente in unserer Geschichte, sei es die deutsche oder beispielhaft die amerikanische, welche noch so jung ist, dass sie noch am Anfang einer Entwicklung steht, welche schon viel fortgeschrittener war und damit endet, dass wir uns gegenseitig nicht mehr als gegenseitig sehen werden sondern als gleichseitig.

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