Kapital

Wenn es ums Geld geht, dann ist es oft genug so gewesen , dass sich zwei Hauptmerkmale des spontanen Denkens ausgeprägt haben. Zum einen geht es darum es nicht zu verlieren und zum anderen darum es zu vermehren.

Vom Verlust kann man sprechen, wenn man das Gefühl hat, dass das was man für das Geld bekommen hat, nicht dem gefühltem Wert des Geldes entspricht. Dieser Satz offenbart schon wie subjektiv und daher Abhängig vom jeweiligen Charakter dieser Punkt ist. So ist es für manche eine Abstufung in gewisse Abschnitte eines Geldwerts, den sie ziemlich lose auf ein Wertesystem legen, dass sie sich angeeignet haben. Für andere aber ist Geld das was sie dafür getan haben, also ein Faktor von Anstrengung und Zeit die investiert wurde, der sich dann im Produkt wiederspiegeln muss. Es mag noch andere Anschauungen für Geld geben, die darauf hinauslaufen das es entweder gar keinen Verlust geben kann, zumindest nicht im alltäglichen Verständnis und das jedes Ausgeben von Geld zum Verlust desselben führt. Schafft man es ein persönliches Gleichgewicht zu schaffen, welches dieses Merkmal entkräftet, bleibt immer noch der Wunsch nach einer Vermehrung des Geldes.

Dieser Wunsch entsteht aus dem Verbrauch oder dem simulierten Verbrauch. Der Verbrauch an sich ist eine alltägliche und von vielen erlebte Sache, bei der Kapital , also Geld in eine Ware eingetauscht wird. Unterschwellig jedoch wird uns dabei aber auch bewusst, dass wir für unser Geld, diesem abstrakten Begriff, dem uns nur eine Münze oder ein Schein als Gegenwert zur Verfügung steht, eine Vervielfachung von nützlicher Materie erhalten können. Wir erleben nach dem Kauf was wir damit bewerkstelligen können. Pläne und Ideen werden damit verwirklicht, Überleben gesichert und Sicherheit gekauft. Wir haben ein universelles Mittel, so scheint es, das uns das alles ermöglicht. Dieses Bewusst machen von Geld führt wiederum zur Konkretisierung der Angst vom Verlust, als auch das Verlangen nach Geld oder Kapital.

Das heißt, dass unser eigentliches Kapital verschwindet, nämlich die Fähigkeit dafür zu Sorgen, dass wir Geld erhalten. Natürlich vergessen wir es nicht. Jeder weiß, dass man für das Geld, welches man ausgeben will, irgendeine Form von „Aktio“ erfüllen muss. Was gemeint ist mit dem verschwinden von eigentlichem Kapital, ist die Wertschätzung dieses. Vor allem in einem Arbeitsmarkt, der im Begriff ist von einer Montanindustrie mit der angeschlossenem Fertigungsindustrie und einem traditionsreichen Handwerk, zu einer Dienstleistungsgesellschaft und Denkfabrik zu konvertieren, ist es immer schwieriger für das einzelne Subjekt seinen Wert zu messen, also seinen Arbeitswert. Es wird spekuliert, manchmal im privatem Kreis oder unter Kollegen, wie man reich werden könnte, bzw. es ist ein offenes Gerücht, dass die am besten Verdienenden nicht viel dafür tun sollen. Jedoch ist eine konkrete Wertschätzung gar nicht mehr erwünscht. Was zählt ist jetzt das was man uns zahlt. Das Geld wird zum Ersatz für menschlichen Eifer, Tatendrang, Intelligenz , Auffassungsgabe, Geschicklichkeit, Einsatzbereitschaft, Mut, Kreativität, Weltoffenheit, Ausdauer und Stärke.
Die Qualitäten werden dort hinein multipliziert und ersetzen es.

So wird der Mensch zu einem gespiegelten Stück Geld. Er sieht sich darin und identifiziert sich damit. Der Mensch wird zum Geld und denkt bald, dass die Höhe dessen diese Existenz bestimmt, nicht nur in dem Maße was er damit tut, sondern ganz existentiell. Die Höhe meines Verdienstes bestimmt mich vollständig. Dadurch füttern wir bald auch wieder die beiden anfangs erwähnten Merkmale und es entsteht ein Kreis. Abhängig ist er von der Selbstwertschätzung und in wie weit ein abstrakter Begriff, der nur als Bild gedacht ist, konkret wird.

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