Schuld und Sühne

Es wird überraschen, aber ich bin nicht frei von Schuld.
Die Möglichkeiten, die sich mir tagtäglich eröffnen, die ich aber nicht erfülle, nicht einmal im kleinen, sind Teil einer Schuld, welche sich über mein Leben hinweg aufbaut. Sie hat dadurch keine Möglichkeit relativiert zu werden. Der Unsinn daran ist, dass ich es realisiere und mich schlecht dabei fühle so zu sein. Die Veränderung jedoch die es bräuchte um auch nur eine Winzigkeit daran zu ändern erfordert soviel Kraft und Überwindung, dass ich sie lieber nicht durchführe. Das einzige, zu dem ich mich ab und zu durchringen kann, sind Entscheidungen, die ich in einer Art von Spontanität durchführe. Ich hoffe, dass sie zu einem für mich guten Weg führen ohne genau zu wissen warum. Im selben Augenblick jedoch überlege ich schon für mich selbst, wie ich mögliche Probleme umgehe. Oft gehört dazu einmal gemachte Veränderungen wieder rückgängig zu machen. Nur gibt es Veränderung, die sich nicht rückgängig machen lässt und dann bleibe ich auch noch bei dem Argument, dass ich mir Zeit lasse um zu wissen, wie es sich entwickelt.
Was mir fehlt und helfen würde die Möglichkeiten aufzugreifen und zu Nutzen ist eine Stütze, die so unveränderlich ist, dass ich immer zu ihr zurückkehren kann, so dass Risiken, die ich eingehe nicht zu etwas führen, was ich nicht mehr beeinflussen kann. Diese Stütze, ein anderer Mensch, eine Freundin vielleicht, ist aber dann nicht mehr durch sich selbst auszeichnend, sondern durch eben diesen Wunsch und kein Mensch, der nicht solch quere Gedanken hat, würde sich aus diesem Grund auf jemanden einlassen, auch wenn ich noch nicht weiß, aus welchem Grund noch.
Dieses Jammern über die aktuelle Lage wird sich legen und es wird neues Jammern kommen. In der Öffentlichkeit würde ich darüber nicht sprechen, es sei denn man fordert mich dazu in einem ernsten, sicheren Rahmen auf. Der ist aber durchaus nicht immer meinen Vorstellungen entsprechend. Ich will mich nicht beschweren. Der Glaube an etwas kleineres muntert mich dabei auf, weist mich aber im selben Augenblick auf das große hin, dem ich unterlegen bin.

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