„Das ist nicht meine Welt“-Syndrom

Viel häufiger als zu selten fühlt man sich in einem scheinbar unfreiwilligen Zustand wieder. Vom Gefühl vergleichbar mit einer Warteschlange, die wir vermeidlich nicht betreten haben. Das Ergebnis ist ein Gefühl der Unfreiheit, die Ahnung fremdbestimmt zu sein.

Ein gutes Beispiel für eine solche Situation lässt sich einfach bei fast jedem Arbeitnehmer beobachten. Er hat sich sein Leben lang auf eine Stelle vorbereitet, die er jetzt einnimmt. In seinem Beruf hat er nur einen sehr kleinen Spielraum und arbeitet meist in routinierten Abläufen.  Vor allem bekommt er seine Aufträge über eine über ihn gelagerte Autorität. Das Ergebnis ist eben das beschriebene Gefühl der Unfreiheit.

Ich gehe davon aus, dass eine solche Situation eine Täuschung vorausgeht. Diese Täuschung basiert auf der Wahrnehmung von Zeit.

Erstens ist die Situation in der sich die betroffene Person befindet vermeidbar gewesen. Viele freiwillige Entscheidungen haben dazu geführt. Es ist nur der Abstand zwischen den Entscheidungen, der die Person vergessen lässt, dass jederzeit ein Zusammenhang zwischen dem Jetzt und vorausgehenden Entscheidungen besteht.

Zweitens ist die Person in der jetzigen Situation nicht gegangen. Sie kann jederzeit frei agieren. Ein häufiges Hemmnis an einer freien Entscheidung ist wiederum die Zeit. In diesem Fall betrachtet die Person die bereits vergangene Zeit und errechnet einen davon abgeleiteten Zeitraum, der notwendig zu sein scheint, um eine Änderung herbei zu führen. Es ist die Täuschung von verschwendeter Zeit. 

Es gibt eine mir persönlich sehr gut in Erinnerung gebliebene Zeit in meinem Studium, dass mir nie das Gefühl gab die Kontrolle über mich zu verlieren. Ich habe zwar Autorität über mir gehabt, aber diese hat keine Auswirkung, die ich nicht direkt von meinen Handlungen hätte ableiten können (1. Täuschung). Weiterhin hab ich nie das Gefühl gehabt Zeit zu verschwenden, da mir jederzeit gespiegelt würde, dass ein Studium höchste Relevanz in meinem Leben hat. Und es gab keinen Zwang.

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