The interest in things

In dem Pixar-Film „Alles steht Kopf“ aus dem Jahr 2015 wird die Geschichte eines jungen Mädchen aus der Perspektive einiger Ihrer Gefühle erzählt. Die Gefühle werden dazu anthropomorph dargestellt, also in der Form von Menschen oder menschenähnlichen Figuren. Durch gezielte Farbgebungen und Animation sowie der Vertonung dieser Charaktere, sind die Gefühle klar erkennbar und lassen sich voneinander unterscheiden.

Die Gefühle bewohnen eine Abbildung des Innenlebens des Mädchens. Diese Abbildung beinhaltet neben einer Schaltzentrale für die Aktionen, die aus den Gefühlen folgen, einem Projektor um Erinnerungen abzuspielen auch einen Abgrund für Erinnerungen, welche das Mädchen vergessen hat.

Dieser Abgrund ist die einzige Gefahr in der Welt, die von den Gefühlen bewohnt wird. Zusammen mit dem Verlust von normalen Erinnerungen gibt es auch zentrale Erinnerungen, welche die Persönlichkeit des Mädchens ausmachen. Im Verlauf des Films zerfallen diese zentralen Erinnerungen und fallen in den darunter liegenden Abgrund. Das Mädchen verhält sich dabei immer weniger emotional, weniger empathisch und versucht durch unüberlegte Entscheidungen (Weglaufen von zu Hause) eine Vergangenheit wiederzufinden, die sie mit diesen Erinnerungen verknüpft hat.

Der Punkt, welchen ich durch ein Youtube-Video (Link weiter unten), behalten habe, ist, dass die größte Gefahr in dieser Welt der Verlust von Erinnerungen ist. Und damit wird der Verlust von Information generell als vermeidbares Ziel festgelegt. Ultimativ soll Information uns ausmachen und unsere Persönlichkeit formen. Unabhängig von vorhandenen Veranlagungen, sind die Informationen und Erinnerungen also das, was uns ausmacht.

Als eine der natürlichen Veranlagungen würde ich das Interesse in Dingen selbst sehen. Sie scheint die Voraussetzung dafür zu sein, sich selbst weiterzuentwickeln; zumindest unter der vorangehenden Annahme. Nun sind Menschen verschieden begabt darin sich für Dinge zu interessieren und noch viel verschiedener in dem Vermögen einem Interesse zu folgen. Wenn nun das Interesse gering ist oder mit der Zeit abnimmt und das Vermögen einem Interesse zu folgen auch nicht groß ist oder ebenfalls abnimmt, was passiert mit dem Menschen?

In dem Film scheint der Mensch nach der Vergangenheit zu eifern. Wobei hier eine etwas andere Situation herrscht. Im Film ist die Voraussetzung für das fehlende Interesse, eine Angst vor dem Neuen und der Veränderungen. Das Ergebnis ist, dass Erinnerungen drohen zu zerfallen. Der Wunsch nach Vergangenem zu streben, wächst aus der Angst vor Verlust. Ein natürliches Desinteresse an der Welt resultiert jedoch nicht unbedingt aus Angst. Es kann eine natürliche Veranlagung sein oder ein generell mangelndes Interesse oder einen begrenzten Intellekt.

In diesen Fällen, nehme ich an, stagniert viel mehr der Mensch. Er wird in der Vergangenheit bleiben und so viel davon wie möglich in seine Gegenwart holen. So verhindert er, dass sein Mangel zu einem echten Mangel wird. Es ist nicht unbedingt die Angst davor, sondern viel mehr eine Gewohnheit; wie ein tägliches Zähneputzen oder das Kochen von Kaffee.

Der Mensch hingegen mit dem größten Interesse an den Dingen wird seine Persönlichkeit stetig weiterentwickeln. Je nach dem Vermögen sich intensiv mit einer Materie auseinanderzusetzen, kann diese Fähigkeit in ein breites oder in ein tiefes Wissen über verschiedenste Bereiche führen. Ebenso besitzt ein solcher Mensch, vermutlich, über eine vielfältigere und interessantere Persönlichkeit.

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