Neben mir für ein paar Minuten

Ich sitze in einer Bahn, auf dem Sitz zum Gang hin. Es sind zwei Sitze direkt nebeneinander. Ich fahre in der zweiten Klasse und der Zug ist gerade sehr voll geworden. Es sind mehr Menschen eingestiegen als vorher ausgestiegen sind. Neben mir sitzt ein Mann, etwas älter als ich selber, in einem grauen Anzug mit seiner Tasche auf dem Schoss. Er schläft. Rechts neben mir im Gang stehen viele und halten sich an den kleinen Griffen fest, welche an jedem Sitz, direkt neben der Kopfstütze angebracht sind. Die Griffe sind Teil des Sitzes und scheinen nicht nachträglich angebracht worden zu sein. Neben mir steht eine Frau. Ich habe ihr Gesicht nicht sehen können. Der Arm jedoch streift beinahe mein Gesicht, weil sie zwar neben mir steht, jedoch den Griff des Sitzes vor mir fest hält. Ihr Arm ist eingehüllt in einen Jackenärmel. Dieser Ärmel besteht aus einem gehäkelten Faden, abwechselnd in dunkelgrau und hellgrau. Die Fäden sind dick, trotzdem wirkt der Ärmel elegant. Er ist nicht durchgängig gefärbt, sondern zum Teil verwaschen. Der Ärmel ist zu lang und geht der Frau über die Hand, welche den Griff umfasst hält. Ihre Hand sieht noch sehr jung und zudem sehr filigran aus. Sie trägt einen Ring mit einem dunklen Stein an einem der Finger. Dieser ist ebenfalls sehr fein gearbeitet.

Soul Searching

Gerade komm ich von einem Spaziergang zurück. Ich habe nachgedacht, auch was ein Freund mir vorher gesagt hat.

Angst ist es. Ich habe Angst, wenn es um neue Dinge geht, um alles neue. Dabei fallen mir die Dinge, nachdem ich sie einmal gemacht habe erst sehr einfach und dann wird es mir langweilig. Und so komme ich wieder zur Ruhe. Ich komme so sehr zur Ruhe das ich stagniere und Zurückfalle und dann bekomme ich wieder Angst.

Manche Menschen können sich richtig gut motivieren. Die sind dann so gut motiviert und helle und wach, dass ihnen spontan etwas einfällt und da sie keine Angst haben, dass dann auch machen ohne viel zu planen. Das kann ich nicht. Ich kann es aber maskieren, indem ich eine Ruhe vorgebe in diesen Situationen. Eine richtige Lösung habe ich dann nicht, aber ich wirke vielleicht so.

Im Moment habe ich wieder Angst und das ist diesmal fast schon schlimm, da ich mir selbst Angst mache. Ich bin der Grund für etwas, was ich will und das zu bekommen bedeutet einen großen Schritt zu machen. Es wäre dabei nicht wirklich schlimm, dass es nicht klappen könnte. Viel mehr Angst, und das habe ich mir gerade eben halt überlegt, habe ich davor dass es klappt und ich mich vertan habe. Also das ich es gar nicht wollte. Und dann aber ist es schon passiert und alles was ich von da an tue würde in Schmerz und Leid enden.

Das fatale daran ist, dass ich glaube, dass ich so wie jetzt weiterleben könnte, mit meinem kleinen Komplex und es wäre egal. Es wäre überhaupt kein Problem. Ich würde so ein ganz klein wenig leiden, jeden Tag, aber das ließe sich bestimmt übersehen und dafür vermeide ich das Risiko richtig zu leiden und richtig Leid zu verteilen (viel schlimmer).

Also ruhig sein oder was sagen?

Ach wenn ich jetzt nur, dann

Und dann war da wieder das Wochenende. Nicht passierte. Ich hab die Sachen gemacht, wozu ich in der Woche so wenig Zeit habe, dass ich alles im Schnelldurchlauf machen muss, wenn ich es überhaupt machen will.

Also ich rede von sowas wie Videos schauen, selber kochen, Haushalt, Einkaufen und sowas. Nebenbei noch Abends vlt. schnell zum Sport gehen mit Freunden.

Und dann ist es Wochenende und ich habe wirklich viel Zeit, habe aber immer noch dieses Momentum in mir, so dass ich um 13 Uhr mit allem fertig bin. Tja, und dann sitze ich in meinem Bürostuhl und muss mir etwas ausdenken. So dreht sich dann der Spieß halt um. Es gibt keine Routine mehr die mich bestimmt, sondern ich muss meinen Tag selber bestimmen.

Ich glaube im kleinen Maßstab ist das noch erträglich und die meisten machen ihre Wochenenden zu einer anderen Art der Routine. Da geht man dann jeden Samstag zu Freunden zum Fussball gucken oder mit seiner Freundin irgendwo hin, wer weiß. Am besten ist man so beschäftigt, dass man nicht mal merkt wie das Wochenende schon wieder vorbei ist.

Auch wenn Probleme plötzlich auf einen zukommen, die einen völlig aus der Fassung bringen, hauptsache man bekommt ganz schnell den Alltag wieder hin. Als wäre es das wichtigste auf der Welt.

Ich glaube, dass die Routine und der Alltag deswegen so wichtig für mich sind, weil ich Angst habe, dass ich dann eventuell gar nichts mehr tun kann. So sind es nur ein Paar Stunden am Wochenende, aber wenn ich ständig selbst bestimmen müsste, was ich den ganzen Tag über mache, dann hätte ich überhaupt keine Sicherheit mehr. Ich wäre dann so zu sagen absolut selbstständig, in einer etwas anderen Bedeutung des Wortes.

Und so komme ich also wieder an einer der grundlegenden Bausteine meines Handelns an, der Angst. Die Angst ist sowas von im Weg. Ich glaube, dass ich viel mehr tun könnte, wenn diese nicht wäre. Oft ist es auch nur eine abgewandelte Form der Angst, die ich dann Faulheit/Trägheit nenne.

Ach wenn ich jetzt nur, dann..