Wenn irgendwas anders wäre

Wenn irgendwas anders wäre, wäre es dann besser?

Also, wenn jetzt gerade nicht so wäre wie es ist, sondern anders und zwar in einer Art und Weise, wie es nicht sein kann, weil es der Logik des vorangehenden Moments wiederspräche?

Oder ist es das gar nicht, was damit gemeint ist? Ist eher gemeint, dass alles anders wäre und nicht nur irgendwas? Ich glaube nicht, das wäre zu extrem. Ich denke aber schon, dass eine Kleinigkeit einen unendlichen logischen Faden hinter sich herzieht. Die Sache ist nur die, dass die Logik die wir simulieren mit Hilfe unseres Verstandes, nicht der realen Logik gleichzusetzen ist.

So könnte man einen Prozessor oder noch besser eine logische Schaltung heranziehen. Man würde eine der einfachsten Elemente betrachten. Lassen wir es eine UND-Verknüpfung sein. Diese liefert ein wahres Ergebnis, wenn beide Teile der Verknüpfung wahr sind und ansonsten immer ein falsches Ergebnis. Betrachtete man solch eine Schaltung, biologisch in einem menschlichem Geist, würde man sofort sehen, falls diese nicht funktionieren würde. Man bräuchte nur die möglichen Eingänge betrachten und die möglichen Ausgänge.

Nun ist es aber so, dass der Verstand vlt. auf der Logik basiert, welche ein Rechenaparat wie ein Prozessor simuliert, allerdings ist es nicht unbedingt so gegeben, dass die Simulation korrekt arbeitet. Wenn wir uns eine Stimmung, eine Handlung oder ein Gefühl nicht erklären können, wenn es nicht logisch ist, dann wäre dies sehr einfach über eine defekte Schaltung, einen unlogischen Verstand zu erklären.

Dazu kommt die ganze Sache mit den analogen Signalen, die bestimmte Schwellwerte erreichen müssen um weitere analoge Signale zu erzeugen. Und wenn die Signale anders und verschieden und unlogisch verknüpft in einem Menschen existieren, dann kann der eine nicht verstehen, wieso der andere keinen Kuchen mag. Der beiden Verstand basiert auf der Logik und dem Determinismus der Welt, aber sie simulieren diese Logik nicht gleich und nicht so wie sie wirklich ist.

Was kann der Mensch auf gar keinen Fall tun?

Basierend auf der Vogelthese (zur Vogelthese)

Ich habe durch Zufall meinen alten Post wieder gelesen und mich kurz damit beschäftigt.In der Kürze ging es mir damals ja um eines meiner liebsten Themen, dem Determinismus. In Kombination mit einer Folge einer meiner liebsten Sendungen, nämlich Futurama, kam ich auf die interessante Frage, was ein Mensch auf keinen Fall tun kann. Was gibt es also, was durch den Determinismus, wenn es ihn geben sollte, ein Mensch nie tun kann oder sein wird. Ein Determinismus nämlich, der dazu führt, dass ich praktisch jede Möglichkeit habe, würde dazu führen, dass mich dieser nicht sonderlich stört oder vielmehr ein Determinismus von dem ich weiß, dass ich etwas nicht tun kann oder sein kann wäre recht schlimm.

Was mir im Moment so einfällt sind solche realistischen Sachen wie die Möglichkeit zu schweben oder Dinge in Gold zu verwandeln oder mich augenblicklich auf der Spitze des Eiffelturms wiederzufinden. Aber diese Möglichkeiten sind leicht zu entkräfen, denn natürlich könnte ich all diese Dinge tun. Schweben kann ich in Wahrheit mit einer bestimmten Apparatur, die Wind nach oben bläst und mich somit trägt. In einer anderen Version bewirken größere Mengen von Betäubungsmittel oder Valium bzw. Schmerzmittel die Sensation des Schwebens. Dinge in Gold zu verwandeln ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht auch keine Hexerei. Wir verkaufen Dinge jeden Tag und könnten es am Ende gegen Gold tauschen. Natürlich ist auch hier ein anderer Gedanke dahinter, aber es geht nicht unbedingt darum, was vorher als Bedingung gesetzt wurde, sondern alleinig um die theoretische Umsetzung dieser Unmöglichkeit; Selbst wenn ich dazu etwas in Gold gießen müsste um daraufhin den Gegenstand durch eine chemische Reaktion wieder seinen goldenen Glanz wieder zu geben, wäre die Unmöglichkeit nicht mehr gegeben, auch wenn der ursprüngliche Gedanke nicht mehr zu hundert Prozent erfüllt wäre. So ist auch die letzte Unmöglichkeit leicht zu erreichen, so dass diese keine weitere Erläuterung bedarf.

Was also ist unmöglich? Wo zeigt es sich, dass ich ultimativ determiniert bin? Was müsste überwunden werden um völlig frei zu sein? Was ist die dritte Antwort auf die Frage: „Ja oder Nein?“?

Der freie Wille

Es ist ein großer Scherz.

Er kann nicht funktionieren. Es entspricht nicht der Vorstellung von etwas das wir für real halten würden. Es entspricht auch keiner logischen Kette die wir im Stande sind aufzubauen. So muss der Mensch in seinem Mensch-Sein zugeben, dass es ihn nicht gibt.

Viel einfacher ist es anzunehmen , dass alles Gründe hat, die jeweils von Gründen geprägt sind. Das sich also eine sehr lange Kausalkette aufgebaut hat, in der gesamten Zeit, die wir überblicken können und wiederum nicht. Denn dadurch, dass wir den Überblick über diese Kette , mit ihren vielen Nebenketten, verloren haben, macht sich ein Gefühl und eine Ahnung bereit in das kausale Denken einzudringen. Es handelt sich dabei um den eben verspotteten freien Willen. Auch diese , aus Mangel an Überblick geborene Idee ist ein Teil des Mensch-Seins.

So ist beides begründet.

Ich will den freien Willen dennoch nicht abschreiben. Er ist eine Stütze und ein riesiger Katalysator für den Verstand. Das liegt daran, dass unmittelbare Ursachen schneller eingeführt werden in die lange kausale Kette, wenn der Ausführende durch seine Begrenzungen nur auf das Unmittelbare Rücksicht nimmt und so schneller handelt ( entscheidet ). Praktisch gesehen ist die Idee des freien Willens ein Garant für die Fortführung der Kette, die sonst Gefahr laufen könnte, zu stagnieren. Ein an den Determinismus gefesselter Mensch verliert schnell den Glauben an den freien Willen und verhindert so teilweise die Einbindung neuer Ursachen oder Gründe in die Kette. Deshalb ist der freie Wille zu bewundern. Wegzudenken ist er sowieso nicht und als Mensch mit Verstand in seiner Funktion auch leichter zu akzeptieren.

Ich will

Würde ich die Gesamtheit meines Lebens in kleine Einzelstücke zerschneiden, dann hätte ich am Ende eine Aneinanderreihung von Ereignissen, welche durch die zeitliche Abfolge sortiert wären. Das was dazu kommt ist die inhaltliche Verknüpfung, welche jeweils zwei oder mehrere Ereignisse miteinander Teilen. Ein Ereignis kann dabei nicht direkt neben dem anderen stehen und trotzdem eine Verknüpfung bilden.
Die Verknüpfung kann dabei wirklich von Bedeutung sein, aber wie kann ich entscheiden , ob sie nicht auch ohne dazu geführt hätte. Ich meine dabei nicht, dass ich eine Szene durch eine Andere ersetze oder einfach nichts tue, nein, ich meine die radikale Auslöschung dieser Szene, dieses Momentes.
Man könnte meinen das es nicht dazu kommen könnte, weil allein die Zeit eine andere wäre, weil die fehlende Szene den Gesamtstrang verschieben würde und die vorher verbundene Szene etwas früher stattgefunden hätte.
Abgesehen davon jedoch finde ich es schwierig zu glauben, dass das Ereignis ohne diese Bedingung existiert hätte. Es ist doch dann nämlich zumindest so und selbst wenn ich es im nachhinein nur interpretiere , dieses Ereignis inhaltlich so fest verknüpft ist, dass zwar alles gleich sein kann , sogar die Zeit, aber die Verknüpfung des Inhalts mit dem anderen Inhalt wäre unwiderruflich zerstört, auch wenn sich kein direkter oder indirekter Zusammenhang mehr zeigen oder beweisen lässt. Somit jedoch, wird jedes Ereignis vor dem bestimmten Ereignis eine Bedingung für dieses bestimmte Ereignis.
Somit wird meine Gegenwart ganz entschieden von den vergangenen Ereignissen geprägt. Ich bin die Summe der Ereignisse meiner Vergangenheit. Ein Ereignis dabei ist nichts anderes als alles was zu einer bestimmten Zeit geschah, unabhängig von seinem Ort. Also sind die Ereignisse von allem beeinflusst und das zeitlich und örtlich unbegrenzt. Mein Jetzt wird bestimmt von einer unendlich , zumindest mathematisch gesehen unendlichen Menge von Ereignissen.

Und dann kommt der freie Wille. Das Phänomen. Die kleine Illusion Nein sagen zu können, wenn alles auf Ja hindeutet. Schaut man in die Vergangenheit, dann würde man den freien Willen nicht mehr entdecken. Man würde durch einen übermenschlichen Akt feststellen müssen, dass nur eine sehr begrenzte Anzahl von Möglichkeiten übrigblieb, dass der freie Wille nur aussucht aus einer winzigen Menge heraus. Oft wird man sogar feststellen, dass die einzelne Entscheidung den Fluss des vorher bestimmten in keinster Weise gestört hat, so dass es zwar eine Entscheidung gab, wo auch immer sie herkam, sie aber keine Bedeutung hatte.
Aber trotzdem. Was ist dieser freie Wille ? Er entfernt sich völlig von der Betrachtung. Er entwickelt eine eingeschränkte Art dieses Systems, das ich zu Anfang beschrieben habe. Er hat nur bestimmte Möglichkeiten. Er wird durch alles beeinflusst und vor allem durch die Vorstellung eines Ichs , dass durch sehr viele Faktoren gebildet wurde und immer noch gebildet wird. Und ich habe am Ende nur noch zwei Möglichkeiten aus diesem Wulst von Möglichkeiten. Handle ich so wie ich wahrscheinlich handeln müsste, eben so wie es mir meine Erfahrungen diktieren oder handle ich nicht so. Das Ich bietet diese Möglichkeiten. Das Ergebnis dieser Entscheidung verlangt Anpassung an eine Anzahl von möglicher Entscheidungen, da sich meine vorher gelernten Atribute mit den Möglichkeiten nicht genau decken, aber das sind weniger Entscheidungen, als Zurechtbiegungen.