blue fear

Wir fürchten den Kranken,
wir fürchten den Erfolgreichen.

Wir fürchten unser Scheitern
und wir fürchten die allzu hohe Verantwortung.

Wir fürchten das allein sein,
wir fürchten die anderen.

Wir fürchten das weite Feld
und wir fürchten die enge Höhle.

Wir fürchten das Vergessen,
wir fürchten die Übermenge an Informationen.

Wir fürchten gestern
und wir fürchten morgen.

Was wir im Leben zu schaffen haben ist wohl auch das Überstehen dieser Ängste. Die Furcht davor in ein Extrem zu gehen um eventuell zu verstehen , dass es gar keines ist. Und am Ende einzusehen das es von Anfang an keinen Grund gab überhaupt zu fürchten. Ein erfülltes Leben ist jenes, das von jeder Furcht befreit, all seine Facetten und Möglichkeiten ausschöpft oder zumindest in einem vernünftigen Rahmen überdenkt.

Demut

Es gibt eine ganz spezielle Angst. Die Angst ist es etwas zu realisieren, was das in den Grundfesten erschüttert, das uns unser Leben über getragen hat. Es ist die Furcht davor, eine hypothetische Wahrheit anerkennen zu müssen, die uns von dem löst, was sich, sobald die Wahrheit als solche erkannt wurde, als absolut Falsch herausstellen muss.

Die Frage die ich mir dabei stelle ist, ob ich Angst vor dem Prüfen haben sollte oder vor der neuen Wahrheit oder vor der alten Wahrheit.

Die Angst vor der neuen Wahrheit ist die offensichtlichste von allen. Sie ist bereits beschrieben worden, weil sie das alte verdrängt.

Die alte Wahrheit könnte falsch sein und wir haben es bis zu diesem Augenblick nicht bemerkt, also sollte ich mich auch vor meiner jetzigen, also der alten Wahrheit fürchten.

Zuletzt ist es die Prüfung selbst. Ich kann nicht davon ausgehen, dass ich die neue wie die alte Wahrheit korrekt prüfen kann, also habe ich Angst davor überhaupt urteilen zu müssen, weil ich wahrscheinlich Fehler dabei machen werde.