Wir können gar nicht verlieren

Die schlechten Dinge werden vergehen, weil Sie sich selbst vergehen lassen und das, was gut ist, was dem Menschen eigen ist, wird sich selbst immer wieder bestärken. Natürlich werden immer wieder Zeiten kommen in denen wir vergehen und neu aufbauen müssen. Das ist jedoch immer so gewesen und bezeugt den Wandel, die Fähigkeit zu ändern.

Ich werde diese Welt nicht besser machen können, ich werde auch keine bessere Welt mehr erleben. So wie die Welt jetzt ist, ist sie die beste, die für mich existieren kann. Was ich jedoch kann, ist sie nicht schlechter zu machen, als sie jetzt ist.

Zum Besseren ändern jedoch werden wir unsere Welt nur als Gemeinschaft, als das was die Menschen ausmacht. Wenn die Menschen das nicht können, werden sie ihr eigener Untergang sein, lang bevor die Welt untergegangen ist. Ist der Mensch jedoch das was ich glaube, dann können wir gar nicht verlieren.

Ich fühl mich nicht gut…

Es ist genau so gekommen, wie ich befürchtet habe. Nachdem ich Ihr die SMS geschrieben habe, war mir ungefähr einen Tag lang noch wohl dabei und dann gings los mit dem schlechten Gefühl. Jetzt ist es schon wieder so weit, dass ich beim Anblick meiner Freunde und einige darunter sind glückliche Paare, ein mieses Gefühl habe. Ein wenig so wie auf einer Party zuletzt anzukommen und niemand hat auf einen gewartet.

Jetzt versuche ich Kontakt aufzubauen, um zumindest nicht Schuld zu sein, falls Sie sich schlecht fühlt wegen mir. Ich denke auch schon wieder darüber nach, wie es mir geht mit dem Gedanken, dass Sie mit jemand anderem chattet und simst. Die beiden Gedanken konkurieren ein wenig. Und in der Mitte bin ich selbst.

In letzter Zeit schaue ich mich manchmal ganz beiläufig im Spiegel an und dann ins Gesicht, in die Augen. Und ich komme mir fremd vor. Ich bin mir nicht sicher, wieso alles so ist wie es ist und wieso dieser Mensch da, dafür verantwortlich ist. Denn ich könnte ja auch ganz anders sein. Ich könnte so sein, dass ich den Anfangsschmerz aushalte und etwas durchziehe, ohne dass 100 Pferde an mir zerren, die mir ständig das Gute aufzeigen. Ich könnte auch so sein, dass ich mit meinen Entscheidungen lebe und weiter mache.

Das ist etwas was ich Menschen gerne vorwerfe, dass sie zumindest zu dem stehen sollen, was sie tun, auch wenn es nicht das richtige ist. So soll ein Raucher sich nicht vor seinen Kindern verstecken und ein Trinker soll nicht zur Arbeit gehen und die zitternde Hand festhalten. Ich selbst bin aber dieser Trinker und Raucher, der sich in meinem Fall nicht mit den Menschen auseinander setzen möchte. Es sind die Dinge, die ich nicht mit jemandem gemeinsam habe, die mir dann als erstes auffallen und die mich unter Druck setzen. Das ist dann so, als würde ich ganz schnell von der Party abhauen wollen, weil ich mich dort nicht wohl fühle. Ich gebe der Party nur bisher keine echte Chance. Ich sehe mir nur die Highlights an und ärgere mich dann.

Also ist es jetzt wie gesagt genau wie ich wollte. Ich werde mich wieder umsehen und schlechte Gespräche über das Internet führen. Und ich werde mich wieder fürchten vor dem zweiten Treffen, dass mir bisher nie gefallen hat. Ich wünschte mir gerade nur, dass ich mich nicht beeilen müsste.

Eine Schattengesellschaft

Hinter den Mauern der meisten Gebäude in denen dunkle Anzüge verschwinden befindet sich eine Versammlung von Charaktären, dessen einzige Qualifikation ihr Charakter bildet.

In dieser Gesellschaft verschwindet jede Form der Zwischenmenschlichkeit in einem Dunst von Karriere und Geld. Um die Bestrebungen, die dem Menschen seinen natürlichen Wunsch gutes zu tun wiederspricht, ertragbar zu machen deckt er sich mit seinem erbeutetem Geld mit Materiellem und Luxus ein. Dieser Luxus, Komfort oder Service hat nur den Zweck das Gewünschte Gefühl zu erzeugen, was jedem Mitglied dieser Gesellschaft fehlt.

In dieser Gesellschaft, die nicht tendenziell Gutes oder Schlechtes tut, kann man schnell reinkommen. Um diesen Menschen zu helfen, darf man nicht aufhören seine Menschlichkeit zu zeigen. Angst ist hier der größte Motor, der diese Gesellschaft so hält wie sie ist. Angst darfst du nicht haben, deine Menschlichkeit und dein Selbstverständnis davon darfst du nicht verlieren. Du bist ein Mensch wie die anderen Menschen. Sei bescheiden.

Ich bin nicht der einzige…

Ich bin nicht der einzige. Auch du bist müde an einem anstrengendem Tag.

Ich bin nicht der einzige. Auch du hast dir den Namen nicht merken können.

Ich bin nicht der einzige. Auch du könntest wieder was essen.

Ich bin nicht der einzige. Auch du magst nicht mit fremden Menschen reden.

Ich bin nicht der einzige. Auch du schläfst Abends auf der Couch ein und wachst mitten in der Nacht auf.

Ich bin nicht der einzige. Auch du schaust dir alte Serien noch mal an.

Ich bin nicht der einzige. Aber du warst, ich bin und werde sein.

Kapitalismus ist gut

Wunsch und Trieb sind im Menschen verankert, wie das
Atmen und der Durst.

Eine Gesellschaft, eine Zusammenkunft von Individuen,
die diesen beiden Prinzipien unterliegen, muss sich damit
auseinandersetzen. Wunsch und Trieb haben nämlich das
Potential wie nichts zweites die Gesellschaft wieder zu
zerreißen.

Der Kapitalismus ist davon geprägt, dass eine Währung an
Stelle der Arbeitskraft tritt. Sie vertritt den Wert dieser
Arbeit und ermöglicht es dem einzelnen diesen Wert gegen
Materielles und Dienstleistungen einzutauschen. Es projeziert
damit die Möglichkeit der Wünsche und des Triebes auf ein
konkretes Ding.

Und das ist es, was der Kapitalismus gut macht. Der Wunsch ist
keine abstrakte Vorstellung mehr, sondern kann geplant werden.
Gleichzeitig regelt das Kapital den Wunsch und den Trieb und
passt sie an die Gegebenheiten an, die zur Zeit herrschen. Das
aber passiert wiederum nicht durch Zwang, denn ein absolut
freier Kapitalismus würde sich durch sich selbst regulieren.
Grundlegend dafür ist der Wert, der sich durch Konsumenten und
Gegebenheiten selbst eine Grenze setzt. Und auch nur diese Wünsche
und Triebe können befriedigt werden. Nämlich nur dann wenn auch
die Voraussetzungen dafür gegeben sind.

So bleibt ein Gesellschaft bestehen, die sich durch eine kleine
Abstraktion die großen Abstraktionen in Wunsch und Trieb realistischer
macht.

Ich glaube manchmal

Ich glaube manchmal, ich bin am Ende angekommen.
Aber es ist mein Ende. Das Ende, dass ich mir gesetzt
habe, weil ich nicht weiter gehen will.

Und wenn ich dann so am Ende stehe, dann sehe ich
über dieses Ende hinaus andere, die noch weiter gehen.
Und dann will ich auch weiter gehen. Aber ich nehme
es mir nicht vor.

Das Gefühl, dass dabei entsteht, manchmal, ist so
etwas wie Spannung oder Anspannung. Ich weiß dann
nicht, was ich tun soll um diese Spannung wieder los
zu werden.

Letztens habe ich dann etwas getan, was man mir
angeraten hat. Im Grunde war dieser Rat einer dieser
Dinge jenseits des Ziels. Denn irgendwo muss doch
der Wunsch, auch wenn es eines anderen Wunsch war,
auch bei mir Fuß fassen, damit ich ihn überhaupt
spüre. Und dieses Spüren ist eine Art Anspannung.

Oft schreibe ich während dieser Anspannung auch in
diesem Blog hier. So ist dieser Eintrag entstanden.

Ich möchte mir mit diesem Schreiben den Wunsch von
der Seele schreiben und die Spannung lösen, indem ich
durch das Ordnen und dem Fassen von Gedanken einen
festen Raum um mich schaffe. Dieser Raum soll dann
zeigen, dass ich ihn nicht brauche und mich in meinen
Überzeugungen stärken.

So zum Beispiel verstehe ich zur Zeit das Prinzip von
Beziehung und Liebe und Zusammensein noch nicht. Der
Wunsch allein jemanden zu haben, ist da. Ich fühle aber
auch, dass es nicht jeder sein kann. Das bricht jedoch
mit meinem Anspruch jedem Mensch Freund zu sein oder
zumindest nicht die Person zu sein, die einen anderen
schlecht, nervig oder so findet. So etwas tun meiner
Auffassung nach nämlich nur schlechte Menschen.

Es gibt aber auch die andere Auffassung, dass gute
Menschen, eben solchen „schlechten“ Menschen helfen,
gut zu werden. Und da setzt dann der Rat von so vielen
an, dass man es versuchen sollte, auch mit Menschen zu-
sammen zu sein, die nicht der sind, den man sich
vorstellt. Es könnte sogar jemande sein, den man nicht
mag, von dem man aber glaubt, dass man selbst dafür
sorgen kann, dass er gut wird.

Das aber, kann ich nicht. Ich habe ein Prinzip zum
Maxime erhoben und dieses besagt, dass ich Menschen nicht
ändern kann. Sie tun es von selbst oder gar nicht.

Jetzt bin ich also niemand, der versuchen wird aus
dir einen besseren Menschen zu machen und auch niemand,
der mit beliebigen Menschen eine Beziehung anfängt, sondern
nach bestimmten Persönlichkeiten sucht.

Es kommt noch etwas hinzu. Es ist eine Angst die ich habe.
Ich befürchte einen Machtkomplex zu entwickeln. Sollte
das so sein, dann suche ich automatisch nach sozial
schwachen Menschen, die besonders zurück gezogen wirken,
um mich ihnen überlegen zu fühlen. Sollte das eines der
Hauptmerkmale sein, nach dem ich suche bei einer Beziehung,
dann will ich diese auch nicht. Sie wäre dann aus schlechten
Beweggründen entstanden mit dem Ziel die Schwäche des anderen
auszunutzen und mein EGO hervor zu tun.

Ich will so nicht sein. Ich suche nach einer harmlosen
Person, die mich fordert und sich das auch die Schultern
lädt, weil sie einen besseren Menschen aus mir machen will.
Die Person soll gleichzeitig aber auch etwas von mir haben.
Ich will eine Last sein, aber auch selbst tragen. Ich glaube,
ich kann in einer hektischen Zeit, die mit vielen Vorurteilen
kämpft, jemand sein, der versucht offen und Gegenwärtig zu sein.
Ich glaube mit ein bisschen Unterstützung könnte ich die Dinge,
die ich wirklich machen will, so tun, dass sie auch für
den anderen etwas gutes darstellen, was sie alleine nicht
getan / geschafft hätten.

Ich wirke dann vielleicht in manchen Momenten etwas künstlich
oder reserviert. Ich bin in manchen Augen evtl. sogar
ängstlich oder unsozial, aber ich denke, dass ich mich in Wegen, die
ich dann doch einmal gegangen bin, schließlich wohl fühle.

Soll ich lügen? Soll ich ein anderes Leben diesen Wunsch leben
und jetzt nur so tun, als würde ich mich freuen über deinen Besuch?

Wieso ist das Ziel da hinten so nah und für mich unerreichbar mit
den Annahmen die ich mache?

Bin ich emotional so oft verletzt worden, dass ich mir normale Beziehungen
gar nicht vorstellen kann oder überhaupt eine Beziehung nicht
vorstellen kann?

Verdränge und verschiebe ich einfache Probleme auf komplexere um
Zeit zu schinden und eine Lösung zu verhindern? Sucht sich der
Mensch seine Begründungen aus?

Wo ist der Mensch, der so denkt wie ich, isst wie ich, lebt wie
ich und sein will wie ich und gleichzeitig nicht so ist wie ich,
nicht so lebt wie ich und nicht ich sein will, aber mit mir sein
will?

Wieso vergesse ich immer wie schlimm die Vergangenheit war und
wie gut die Zukunft sein könnte?

Wo hört der Widerspruch auf?

Die Medienblase

Wenn ich mich durch Videos, speziell aber durch Youtube für
mindestens 2 Stunden am Tag fesseln lasse, frage ich mich doch
irgendwann wieso?

Das, was diese Videos ausmacht ist ein Gefühl, dass ich in
ihnen suche. Dieses Gefühl repräsentiert dann die unterschiedlichen
Genres und Arten von Videos oder ganz generell Medien.

Fühle ich mich entsprechend der Sehnsucht danach, habe ich
ein ‚gutes‘ Medium gefunden. Dabei ist die Sehnsucht evtl.
gar nicht direkt von mir beobachtbar, sondern allgegenwärtig
oder unbewusst über einen langen Zeitraum aufgebaut.

Dann wundert man sich oder freut sich, dass man ein Medium gefunden
hat, dass einem gut gefällt, ohne das man vorher danach gesucht
hat.

Werbung versucht oft diese Momente zu erzeugen, indem es
möglichst allgemeine Gefühle anspricht oder Gefühle, die
eine bestimmte Gruppe laut Expertenmeinung vertritt. Diese Experten
suchen nach Sehnsüchten in sich selbst und anderen.

Worauf ich aber hinaus wollte ist folgendes. Diese Gefühlssuche
in den Medien ist also der Sehnsucht nach ihnen geschuldet und
ich vermute, dass ein Medium, dass diese Sehnsucht erfüllt, noch
hundert mal weniger davon erfüllt, als die tatsächliche Situation.

Ein aktives Leben, dass dazu führt, das eine Sehnsucht erfüllt wird,
stillt und besänftigt unser Verlangen nach einem Gefühl dauerhaft,
weil es zum Teil des eigenen Lebens wird. Man ist so, wie man
sich fühlen will. Das ist der Unterschied zum konsumierten Medium.

Das Medium spiegelt ultimativ nur einen selbst wieder, wie er
sich zu fühlen wünscht. Ist die Medienblase zerplatzt, dann
fühlt er sich wirklich so, weil er es ist.

Ach wenn ich jetzt nur, dann

Und dann war da wieder das Wochenende. Nicht passierte. Ich hab die Sachen gemacht, wozu ich in der Woche so wenig Zeit habe, dass ich alles im Schnelldurchlauf machen muss, wenn ich es überhaupt machen will.

Also ich rede von sowas wie Videos schauen, selber kochen, Haushalt, Einkaufen und sowas. Nebenbei noch Abends vlt. schnell zum Sport gehen mit Freunden.

Und dann ist es Wochenende und ich habe wirklich viel Zeit, habe aber immer noch dieses Momentum in mir, so dass ich um 13 Uhr mit allem fertig bin. Tja, und dann sitze ich in meinem Bürostuhl und muss mir etwas ausdenken. So dreht sich dann der Spieß halt um. Es gibt keine Routine mehr die mich bestimmt, sondern ich muss meinen Tag selber bestimmen.

Ich glaube im kleinen Maßstab ist das noch erträglich und die meisten machen ihre Wochenenden zu einer anderen Art der Routine. Da geht man dann jeden Samstag zu Freunden zum Fussball gucken oder mit seiner Freundin irgendwo hin, wer weiß. Am besten ist man so beschäftigt, dass man nicht mal merkt wie das Wochenende schon wieder vorbei ist.

Auch wenn Probleme plötzlich auf einen zukommen, die einen völlig aus der Fassung bringen, hauptsache man bekommt ganz schnell den Alltag wieder hin. Als wäre es das wichtigste auf der Welt.

Ich glaube, dass die Routine und der Alltag deswegen so wichtig für mich sind, weil ich Angst habe, dass ich dann eventuell gar nichts mehr tun kann. So sind es nur ein Paar Stunden am Wochenende, aber wenn ich ständig selbst bestimmen müsste, was ich den ganzen Tag über mache, dann hätte ich überhaupt keine Sicherheit mehr. Ich wäre dann so zu sagen absolut selbstständig, in einer etwas anderen Bedeutung des Wortes.

Und so komme ich also wieder an einer der grundlegenden Bausteine meines Handelns an, der Angst. Die Angst ist sowas von im Weg. Ich glaube, dass ich viel mehr tun könnte, wenn diese nicht wäre. Oft ist es auch nur eine abgewandelte Form der Angst, die ich dann Faulheit/Trägheit nenne.

Ach wenn ich jetzt nur, dann..

Immer noch krank sein

Das Minzöl hat aufgehört zu wirken.
Der Professor wird überziehen. Die Professoren überziehen immer, wenn sie 15 Minuten vor Schluss noch mit einem großen Kapitel anfangen.
Jetzt sagt der Veranstalter noch etwas und bedankt sich dafür, dass wir so viele waren und ob wir noch fragen haben. Jemand hat Fragen.
Ein Witz über die Politik wird gemacht. Alle >45 klatschen. Eine Bemerkung über Fußball wird gemacht. Jetzt klatscht meine Generation mit.
Ich habe die Bahn in die Stadt verpasst. Ich habe die viel zu dünne Jacke an. Jetzt komm schon.
Ich gehe direkt durch die Stadt, durch die Fussgängerzone. Der direkte Weg und nicht draußen herum. Links von mir sitzt ein Bettler. An der nächsten Ecke sitzt ein zweiter in sich zuammengekauert und seine Beine angezogen, vermummt in einer schwarzen Jacke.
100 Menschen gehen an mir vorbei und gehen mir entgegen. „Wenn dann mal einer anders ist, dann wird dem sofort..“, höre ich neben mir sagen. Mir kommt ein Klavier entgegen. Vorne rechts ist ein Burger-King.
Das Burger-King ist in einem historischen Gebäude untergebracht. Es sieht zumindest historisch aus, zwischen zwei Kirchen. Nur sind noch zwei rot-schwarze Banner angebracht. Etwas weiter vorne sehe ich ein zweites kleineres Gebäude, dass mit einem Steinbogen zu der einen Kirche verbunden ist. In dem Schild steht „Musikschule“. Das ist besser. Darunter im selben Gebäude ein Vodafone-Shop. „Wenn dann mal einer anders ist, dann wird dem sofort..“. Ja. Ja doch! Ich kann das eh nicht fassen oder korrekt bewerten. Weiß ich.
Vor mir und hinter mir und neben mir viele Menschen mit Bier in der Hand und in gelben Hemden und Schals. Ich hab nichts gegen den Sport, aber das was daran hängt. Mir gefällt das nicht, nur mir. Denn anderen soll es ja gut passen. Soll es wirklich.
Mehr Bettler und Flaschensammler am Rand der Strasse. Und so viele Geschäfte. Ein kleiner Junge zieht seinen viel älteren Vater in einen New Yorker und ich schaue auf das P&C, wo gerade einer in meinem Alter mit einer Tasche vorbei kommt auf der Hollister steht. Ich will doch nur zum C&A. Da ist er. Mein C&A.
Ich komm mit meiner Hose raus. Die Größe stimmt, die Farbe hätte ich anders gewollt. Jetzt merke ich wieder meinen Kopfschmerz. Die ganze Zeit eigentlich schon. Starker Kopfschmerz über die gesamte Stirn, vor allem wenn ich den Kopf bewege oder mit den Augen nach links oder rechts schaue. Das Minzöl hat geholfen. Es kühlt so schön. Ich hole mir in der Apotheke ein anderes Medikament. Das was mein Vater vorgeschlagen hat. Und kurz davor sehe ich das:

Schön.

Die Flucht

Raus! Weck von dem Fremden und Neuen.

Allein sein bei sich selbst oder bei
dem was bekannt ist. Die Eigenheit neu
entdecken und eintauchen in das wohlig
gemütliche.

Dann geht das Fenster auf und die schneidend
kalte Luft drückt hinein. Die Eiskristalle
schlagen aufs Fensterbrett und der Blick
wird wieder fern.

Aber noch vor dem ersten Gedanken ist das
Fenster wieder zu. Die Lampen leuchten wieder
hell und das alte Radio knistert.

Hinein und immer da sein beim alten und bekannten.