Titel

Ja und dann am Ende? Das Ende kommt vlt. schon früher als gedacht, denn wenn der Zweck des Menschen erfüllt ist, ist es das Ende seiner Berechtigung, seiner Absicht.
Angenommen es wäre sein Sinn zu lernen und zu erfahren, generell Sinneseindrücke aufzunehmen. Und angenommen es gebe einen Menschen, der jede nur mögliche Erfahrung gemacht hat, wäre das dann nicht sein Ende? Das Ende des absichtlichen Seins?

Aber schon wieder regt sich der Trotz in mir und ich will ihm nicht widersprechen. Aus irgendeinem Grund heraus, will ich mich nicht der Hoffnungslosigkeit ergeben, der immer wieder kehrenden Erkenntnis, wozu mein Verstand oder wie man es auch nennen möchte, geformt wurde. Ich wünsche aber auch nicht von ihm befreit zu sein. Das Hin- und Herwogen zwischen Verzweiflung und Hoffnung sind die einzige Möglichkeit und manchmal bin ich es selbst, der das Seil fest umklammert und es wieder auf die andere Seite der Schlucht zu ziehen versucht und manchmal sind welche dabei, die mir helfen. Ich könnte nicht dankbarer sein.

Schuld und Sühne

Es wird überraschen, aber ich bin nicht frei von Schuld.
Die Möglichkeiten, die sich mir tagtäglich eröffnen, die ich aber nicht erfülle, nicht einmal im kleinen, sind Teil einer Schuld, welche sich über mein Leben hinweg aufbaut. Sie hat dadurch keine Möglichkeit relativiert zu werden. Der Unsinn daran ist, dass ich es realisiere und mich schlecht dabei fühle so zu sein. Die Veränderung jedoch die es bräuchte um auch nur eine Winzigkeit daran zu ändern erfordert soviel Kraft und Überwindung, dass ich sie lieber nicht durchführe. Das einzige, zu dem ich mich ab und zu durchringen kann, sind Entscheidungen, die ich in einer Art von Spontanität durchführe. Ich hoffe, dass sie zu einem für mich guten Weg führen ohne genau zu wissen warum. Im selben Augenblick jedoch überlege ich schon für mich selbst, wie ich mögliche Probleme umgehe. Oft gehört dazu einmal gemachte Veränderungen wieder rückgängig zu machen. Nur gibt es Veränderung, die sich nicht rückgängig machen lässt und dann bleibe ich auch noch bei dem Argument, dass ich mir Zeit lasse um zu wissen, wie es sich entwickelt.
Was mir fehlt und helfen würde die Möglichkeiten aufzugreifen und zu Nutzen ist eine Stütze, die so unveränderlich ist, dass ich immer zu ihr zurückkehren kann, so dass Risiken, die ich eingehe nicht zu etwas führen, was ich nicht mehr beeinflussen kann. Diese Stütze, ein anderer Mensch, eine Freundin vielleicht, ist aber dann nicht mehr durch sich selbst auszeichnend, sondern durch eben diesen Wunsch und kein Mensch, der nicht solch quere Gedanken hat, würde sich aus diesem Grund auf jemanden einlassen, auch wenn ich noch nicht weiß, aus welchem Grund noch.
Dieses Jammern über die aktuelle Lage wird sich legen und es wird neues Jammern kommen. In der Öffentlichkeit würde ich darüber nicht sprechen, es sei denn man fordert mich dazu in einem ernsten, sicheren Rahmen auf. Der ist aber durchaus nicht immer meinen Vorstellungen entsprechend. Ich will mich nicht beschweren. Der Glaube an etwas kleineres muntert mich dabei auf, weist mich aber im selben Augenblick auf das große hin, dem ich unterlegen bin.

Drei Mögliche

Zum Ersten:

Es soll so sein, als würde ich mich mit dem Beginn des nächsten Schrittes, von meinem Fuß beginnend, auflösen. Innerhalb dieser begonnenen und weitergehenden Bewegung verschwindet so mein gesamter Körper. Dabei ist es leise.

Zum Zweiten:

Es soll so sein, als würde mein Kopf, wenn er gegen eine kühle Scheibe gelehnt ist, durch diese Scheibe hindurch gehen. Dabei formt sich die Scheibe um meinen Kopf und sobald ich meinen Kopf von ihr hebe, ist sie wieder so wie vorher.

Zum Dritten:

Mein gesamter Kopf ist umschlossen von Metall. Das Metall leitet dabei die Wärme, die konstant diesem Kopf inne wohnt, so gut ab, dass er friert. Jedoch nicht nur die Ohren , sondern in sich kalt ist.

Die Möglichkeit

Die Möglichkeiten sind uns immer gegeben. Man biegt rechts ab oder links , nur ist es eine Einbahnstraße, sie führt zu weiteren Möglichkeiten, lässt andere aber aus. Nur rechts oder links führt zum Ziel , also ist auch diese Entscheidung per se. Zuletzt ist das Ziel etwas, das wir durch Eindrücke von außen bekommen oder durch unseren Aufbau, der nur bestimmte Ziele zulässt.

Ich weiß nicht. Die Möglichkeit bleibt und die Entscheidung ist einfach. Das schwierige ist das wirkliche Handeln. Die Handlungen gehen der Entscheidung nicht voraus, aber eine Entscheidung kann auch ohne Handlungsabsicht bestehen. Das nennt man dann Planen oder Absicht.

Menschen verändern gegenseitig die Möglichkeiten füreinander. Sie nehmen eine Straße und dafür wird sie für dich unbefahrbar oder sie versuchen dich mitzuziehen in eine dunkle Gasse. Die meisten sehen sich als Individuum aber kommen nicht drumherum zu kooperieren. Den Konsens zu finden halte ich für eine Utopie, somit wird es immer zu einem Verlust, sobald nur ein Mensch auf einen anderen trifft oder einer von beiden ein Ziel hat, was dem Menschen eigen ist.