Der, der zu Stein wird.

Ich bin in der letzten Woche ein Paar mal am Strand entlang spaziert. Auch bin ich mehrmals den selben Weg auf einem langsamen Fahrrad lang gefahren um die kleinste Kleinigkeit zu erledigen. Folgendes ist mir während dessen aufgefallen:

* Alle haben Angst. Ich habe immer noch große Angst vor Verlust. Deshalb suche ich mir meine Sicherheit in Ordnung. Die Ordnung, die ich mir dabei geschaffen habe ist so fragil, dass ich bei Kleinigkeiten ein Gefühl der Unsicherheit entwickle. Dieses Gefühl der Unsicherheit erstreckt sich dann in jeden Moment. Ich versuchte dann diese Unsicherheit zu vertreiben, indem ich Teile der Ordnung, die ich mir gebaut habe, in diese Situation gebracht habe. Da ich jedoch nicht alleine unterwegs war, hat sich die Vorstellung der Ordnung nicht durchsetzen können. Wie sollte Sie auch? Schließlich hat die andere Person eine ganz eigene Vorstellung von Ordnung. Diese Spannung gepaart mit dem Gefühl von Unsicherheit und dem Zwang diese zu beseitigen hat zu ein Paar unschönen Szenen geführt.

* Alles ist gewollt. Als ich vom Strand zurück gegangen bin, habe ich den Weg genommen, der hinter den Dünen herführt. Auf dem Weg bin ich niemandem begegnet. Ich habe ein Paar Kaninchen gesehen und drei Rebhühner. Der Weg aber, so fiel mir auf, ist gewollt. An dem Weg ist mir gezeigt worden, dass wir uns einen gewollten Weg gebaut haben als Menschen. Sicherlich wird ein solcher Weg auch von selbst entstehen, wenn ich nur ein wenig den selben Weg nehme, aber auch dies ist gewollt. Ein angelegter Weg ist nur ein stärkeres Zugeständnis gegenüber dem Willen und bringt diesen zum Ausdruck.

* Ich lebe in der Vergangenheit. Als ich einen Tag vor dem Urlaub eine Prüfung „nicht gut“ bestanden habe, hab ich mich so auf die Dinge gefreut, die ich bereits getan habe und wieder tun will. Die Erwartungen an den Urlaub waren entsprechend in die Vergangenheit gerichtet. Zum Schluss war es mehr eine Liste, die abgearbeitet werden musste und ich fühlte mich nicht wohl dabei. Endlich sehe ich ein, dass die letzten Urlaube auf der Insel immer nur deswegen so toll waren, weil ich immer etwas anders gemacht habe. Die Wiederholung hingegen hat mich mehr an den vergangenen Moment denken lassen. So konnte ich die Gegenwart nicht richtig fassen und entsprechend genießen.

* Ich hänge an der Routine. Das geht vielleicht in eine ähnliche Richtung wie der erste Punkt, aber mir ist an meinem Mitreisenden aufgefallen, dass viel Zeit am Tag für die selben Dinge drauf geht und das hat mich entsprechend gestört. Ich dachte mir, dass der Urlaub für andere Dinge viel besser geeignet wäre. Nicht ganz zum Ende hin, aber gegen Ende des Urlaubs habe ich jedoch gemerkt, dass ich mich am wohlsten fühlte, wenn ich Abends ein Paar Youtube-Videos geschaut habe, wie ich es auch zu Hause tun würde. Es ist also nicht wichtig, dass ich etwas immer anders tue, sondern dass ich das tue, was mir Spass macht. Das darf dann auch gerne mal etwas sein, was ich sonst auch immer tue.

Allem in allem würde ich den Urlaub so im Nachhinein nicht als super toll bezeichnen. Jedoch die Dinge die ich daraus gezogen habe. Es sind keine echten Konsequenzen darunter, aber ich glaube, dass ich davon später einmal profitieren kann. Zu guter letzt ist mir noch aufgefallen, dass ich nicht dafür gemacht bin mit anderen Menschen auf engem Raum zu leben. Ich könnte die Ursache bekämpfen oder das Symptom. Für jetzt entscheide ich mich für das Symptom und möchte nicht mehr auf engem Raum mit einer Person über einen Zeitraum von mehr als 4 Tagen leben.

Der Stoff

Auf einem unscheinbaren Tisch liegt
eine Hülle aus Stoff. Diese besitzt
die Form einer Röhre , welche an einem
Ende zugenäht wurde. Dann wurde die Röhre
zusammengedrückt. Durch die Elastizität
des Stoffes bildet sich so eine Form.

Der Stoff ist sehr dünn und rau. Dabei
ist er auch nicht sehr dicht genäht. An
der offenen Seite der Röhre ist ein dünner
Faden so befestigt, dass man durch ein
Ziehen daran die offene Seite der Röhre
verschließt. Der Stoff ist von grüner Farbe,
jedoch eher dunkel als hell.

Auf dieser Form und Art von Stoff liegt ein
glatter Stein. Der Stein ist nicht sehr groß.
Der Stein ist an allen Seiten rund, beschreibt
aber selbst keinen Kreis, wenn man ihn auf
seine flache Seite liegt. Also ist es auch keine
Kugel.

Der Stein ist schwarz und spiegelt nicht,
ist also matt. Er ist überzogen mit
einer ganz dünnen Staubschicht, welche an manchen
Stellen dickere Flusen besitzt, so dass die
Oberfläche des Steins, wenn man ihn berühren
würde, an der berührten Stelle schwarz wäre
und sonst eher weiß.

Durch den Druck des Steines auf den Stoff wird
dieser hinunter gedrückt. Es bildet sich eine
Vertiefung , welche konisch verläuft und in
eine fast ebene Fläche übergeht. Dies ist aber
nur am äußersten Rand der Fall. Ansonsten ist
der Stoff nur so dick wie zwei Lagen des dünnen
Stoffes dick sind.

Das scharfe Instrument, welches neben dem Stoff
und dem Stein auf dem Tisch liegt, ist glänzend
und silbernd. Es hat einen Griff und eine
Schneide, welche jedoch sehr kurz ist. Der Griff
für sich genommen geht direkt in den Teil des
Instrumentes über, welches am Ende dessen die
scharfe Schneide bildet. Ansonsten ist der Griff
längs dem Instrument entlang geriffelt. Diese
Riffelung geht ungefähr über einen Drittel des
gesamten Instruments.Der Griff ist, wie das gesamte
Instrument mit Ausnahme der Schneide, rund.

Das Instrument wird über den Stein gezogen. Dabei
zieht es eine nicht sehr tiefe, aber sichtbare
Spur in den Stein. Gleichzeitig wird die Staub-
schicht auf dem Stein mit hinweg gezogen. Dieser
Staub und auch einige der größeren Flusen sammeln
sich hinter der Schneide. Der Schnitt geht über die
längste Seite des Steines hinweg und über diese
gesamte Länge. Da wo die Spur im Stein ist, sieht
man nun eine weiße Linie, die von dem schwarz des
Steines , welches wiederum von der Weiße des Staubes,
umgeben ist.

An dem Stoff ändert dieser Vorgang nichts.