Niemand ist (un-)schuldig

Die Unschuld ist ein Ideal, jedoch eines das sich nicht mal theoretisch erreichen lässt, sondern nur verloren werden kann. Unschuld ist ganz allgemein gesprochen entweder Unwissenheit oder eine hohe Form des Bewusstseins und Wissens. Diese beiden Formen führen dazu, dass das Verhalten entweder entschuldbar ist oder gar nicht erst vorkommt, das dazu führt jemanden schuldig zu nennen.
Ein Verhalten, welches so geprägt ist von Überlegung und Abwägung sehe ich als unrealistisch an. Setzte diese Art von Verhalten doch so eine unüberschaubare Menge von Überlegung und Abwägung voraus, dass das Verhalten selbst gar nicht mehr zu Stande kommt.
Ein Verhalten aus Unwissenheit unschuldig zu nennen, finde ich zweifelhaft. Der eventuelle Schaden ist vorher nicht absehbar gewesen, aber die pure funktionale Bedeutung des Wortes Schuld, welches einen Schuldigen benennt trift auch auf den Unwissenden zu. Er ließe sich auch als Grund bezeichnen. Die Unschuld im Sinne von Unwissenheit ist eher ein unwissender Verursacher. Handelt es sich doch zum Beispiel auch bei den tektonischen Platten um unwissende Verursacher, welche noch nicht einmal über ein Bewusstsein verfügen können, würde ich diese dennoch nicht unschuldig nennen. Die Schuld fällt in diesem Fall eben auf diese Platten. Fällt die Schuld der Folgen dann eigentlich auch auf die Platten oder auf diejenigen, die genug Wissen hatten es zu verhindern?
Schuld ist ein wirklich schwieriger Begriff, denn er setzt voraus unschuldig zu sein im Sinne des allwissenden Unschuldigen oder kann dieser auch Schuld auf sich laden? Denn wenn dieser Unschuldige, der einzig wahre Unschuldige, Schuld auf sich lädt, dann ist er der einzige, der sie erkennen könnte, gäbe es keinen weiteren von dieser Sorte.
Wir sind wohl alle nicht so unschuldig, von Anfang an nicht und ich möchte den Begriff jetzt auch nicht aufweichen, indem ich in Prozentual zuweise. So ist also niemand unschuldig, aber niemand kann Schuld zuweisen. Es ist mehr ein theoretischer Gedanke.

Theoretische Philosophie , Zusammenfassung

1) Platon 427 v Chr.

Ontologie : Platon entwickelte eine Zwei-Welten-Lehre. Er ging davon aus, dass alles was ist, nur ein Abbild dessen darstellt, was er als ideales Muster oder Urbild betrachtete. Dieses Ideal war die Idee. Sie ist unveränderlich und vollkommen. Anschaulich stellte er diese Lehre mit mehreren Gleichnissen dar. Eines davon bildete das Sonnengleichnis. Es vergleicht die Sonne , welche die Dinge bescheint mit dem absolut Guten, welches dem Menschen es ermöglicht die Wahrheit, also die Idee zu sehen. Der dabei gebildete Schatten ist die Unwahrheit oder auch das verschwommene, eben die Sinneseindrücke. Ein weiteres Gleichnis ist das Liniengleichnis , in dem er alles was ist einteilt in das sichtbare, erfahrbare und das, was seiner Meinung nach näher an der Realität liegt, was nur der Verstand erfassen kann, nämlich die Idee. Beide Gleichnisse werden wieder aufgenommen im Höhlengleichnis, welches die Sonne als absolut Gutes beinhaltet und als Gipfel der Wahrheit und auch die Idee der Einteilung von Erfahrbarem und Wahrem.

Epistemologie : Platon nach erschließen wir Wissen durch ein systematisches Erinnern an das, was wir ohnehin schon als Gedanken in uns tragen. Diese Idee beruht darauf, dass die Seele , welche unsterblich schon alle Ideen erfahren hat, sich nun nur noch daran erinnern muss, was Wahrheit ist und was nur Verdunklung durch die Sinneserfahrung. Diese Wesensschau besteht aus 5 Stufen , welche vom erkennen der Unmöglichkeit einer Annahme, zum Erinnern führt und über das erneute Prüfen dieser Annahme zum letztendlichen Wissenserwerb führt.

2) Aristoteles 384 v. Chr.

Ontologie : Aristoteles teilt das , was ist, ein in die Substanz und seine Eigenschaften. Dabei ist die Substanz etwas unfassbares und nicht erfahrbares, welches jedem Ding zu Grunde liegt. Die daran haftenden Eigenschaften sind zum einen notwendige und zum anderen veränderliche Eigenschaften.
Weiterhin gibt er noch Auskunft darüber , dass die Dinge Veränderungsprozesse durchlaufen können. Die Ursachen für diese Veränderungen sind durch 4 Kategorien bestimmt. So hat alles was ist eine Materialursache, eine Formursache, eine Wirkungsursache und eine Zielursache. So besteht also alles aus einem Material, wobei A. davon ausgeht, dass es deren vier gibt und dass diese wiederum aus einem Material hervorgehen. Das sind zum einen die Grundelemente Feuer, Wasser, Erde und Luft und zum anderen das Urmaterial, das erste Material, aus dem diese entstehen können. Jedes hat auch eine Form, also ein charakteristisches Sein im Raum. Dann gab es noch einen Beweger, bzw. eine Wirkung die auf das Material ausgeübt wurde und ein Ziel, also ein Status, zu dem das Wirkende das Material bewegt.
Veränderung kann laut Aristoteles eine quantitative , qualitative, substantielle oder Ortsveränderung sein. Allen Dinge sind diese Veränderungen inhärent, bilden aber nach der Veränderung ein Endprodukt.
Weiterhin ist zu den vier Elementen noch hinzuzufügen , dass sie vier Ureigenschaften besitzen, die sich jeweils zwei Elemente teilen können. So sind Feuer und Luft beide warm, Luft und Wasser beide feucht, Wasser und Erde beide kalt und Erde und Feuer beide trocken. Jedes der Elemente kann in sein nächstes Übergehen, wenn sie sich jeweils eine Eigenschaft teilen. Auch ist ein jedes Element seinem natürlichem Ort unterworfen, welcher für die Erde und das Wasser zum Erdinneren führt und für die Luft und das Feuer zum Kosmos, also nach oben.
Auch Aristoteles vertritt dabei eine Zwei-Welten Lehre, die auch wie Platon das unveränderliche enthält und das veränderliche. Nur ist seine Vorstellung eine auf das Sichtbare angepasste, da es sich um Phänomene handelt, die eingeteilt werden. Die Lehre gestaltet sich aus dem supralunarem , also außerirdischem und dem sublunarem, also dem was auf der Erde ist. Das supralunare bildet dabei alles Unveränderliche ab und das sublunare das Veränderliche. Eingeteilt ist das irdische nochmal in natürliches und widernatürliches. Die beiden Begriffe unterscheiden sich darin ob es sich um eine von Natur aus gegebene Konstante handelt oder um ein durch Menschen gemachtes Phänomen.

Epistemologie : Aristoteles Art an Wissen zu gelangen ist maßgeblich durch Erfahrbares bestimmt, also durch die Sinneseindrücke und damit grundlegend anders als die Art von Platon. Am Anfang, wenn der Sinneseindruck gesammelt ist, fängt man im nächsten Schritt damit an sich an dieses zu erinnern. Daraufhin ist es noch möglich die Erinnerung gewissen Phänomenen zuzuordnen. Diese Verknüpfung von Ursache und Wirkung ist bereits als Wissen zu bewerten. Weiterhin lassen sich diese Verknüpfung verallgemeinern auf mehrere Phänomene. Es lassen sich also Prinzipien ablesen und Methoden erfahren. Zuletzt entnimmt man diesem wissenschaftlichen Wissen die ersten Prinzipien, welche keine Aufteilung in andere mehr erfahren können und erhält das philosophische Wissen, welches über allem anderen steht. Möglichkeit für das finden solcher Prinzipien ist das Sammeln von Vorschlägen, das Prüfen dieser und das Erkennen der Konsequenzen, die durch die Logik entstehen . Dann werden die sinnlosen Vorschläge verworfen und die einzig sinnvolle Möglichkeit beibehalten. Aristoteles geht also davon aus, dass es nur ein sinnvolles Prinzip gibt, wenn es um Wissen geht. Die Problematik entsteht nun beim finden der ersten Prinzipien, da die Reduktion entweder endlos weitergehen kann ( A beruht auf B , aber worauf beruht B ? ) , sie sich im Kreis dreht ( A beruht auf B und B beruht auf A ) oder konsequent und eigenmächtig ohne nähere Erläuterung ein Abbruch der Reduktion beschlossen wird ( A beruht auf B ) . Aber gerade diese beherrscht das Wissen von Aristoteles, das auf so genannte Axiome baut, also auf Wissen, das durch sich selbst begründet wird.

Gedanken über das Leben in einer Gruppe

„Das sagt ja dann schon viel über die Gruppe aus.“

Menschen und alle zu Vernunft begabten Wesen, die sich selbst von der Umgebung in der sie Leben unterscheiden können , sich also selbst erkennen und reflektieren, zu denen nur der Mensch gehört, sind wie viele andere Tiere dazu veranlagt Anhäufungen zu bilden, die sich Gruppen nennen.
Diese sind aus unterschiedlichen Gründen existent. Allgemein ist es ein Drängen nach Zusammengehörigkeit, welches unterschiedlich stark ausgebildet sein kann. Berichten zufolge gibt es in Ländern, in denen es noch möglich ist seinen Geburtstag zusammen mit den Tanten der Mutter zu feiern, ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl als in anderen Ländern, vor allem genannt immer diejenigen der westlichen Welt, die sich immer weiter gehend isolieren, als Individuum.
Ob dem so ist lasse ich ohne Beweis, die Kenntnis darum , welche sich auf allgemein Verfügbares Wissen stützt und nicht auf Fachwissen lässt bei einem so allgemeinem Gedanken doch den Schluss zu , unter der Voraussetzung , dass mein Verstand nicht durch Krankheiten beeinflusst ist, dass wir tatsächlich in dieser Situation leben.
Nun ist die Frage die ich diesem Text zur Aufgabe stelle, wieso der Mensch sich isoliert und wie es sein kann, dass er das Bedürfnis nach Gemeinschaft verliert.

Davon ausgehend, dass zumindest in meinem Studienbereich die Aufgaben am effektivsten durch Aufgabenteilung gelöst werden können, kann ich aus eigener Erfahrung dieses nur bestätigen. Es gibt keinen Ort, den ich kenne, in dem es mehr auf Kooperation ankommt. Es ist schwierig bis bewundernswert, wie ein einzelner es überhaupt schafft in diesem Informationswirrwarr zurecht zu finden und dabei nicht verloren zu wirken.
Das ist ein weiterer Aspekt neben dem des Erfolgsgedankens. Es ist ein Schutzreflex nicht verloren dazustehen. Man wird angreifbar wenn man nicht von einer Gruppe geschützt wird, die sich gegenseitig schützt zum Schutze aller. Somit wären Sicherheit und Erfolg wichtige Antriebsmotoren einer Gruppenbildung.
Dazu zählen noch andere Teilaspekte als die offensichtlichen. So kann ein Streben nach Sicherheit nicht nur vor potenziellen Feinden , sprich anderen Menschen sein, sondern auch ein sicheres Auftreten um sich im persönlichen Bereich weiter ausdehnen zu können. Als praktisches Beispiel ein Theaterbesuch. Sicherlich mag es Menschen geben die allein ins Theater gehen und sich das als persönliche Bereicherung anrechnen. Ich hingegen muss aus meiner Erfahrung heraus sprechen, dass solche Veranstaltungen in Gesellschaft erst richtig zu genießen sind, weil sie Austausch möglich machen und so einen viel stärkeren persönlichen Gewinn als wenn ich es so gut wie unreflektiert in mir versickern lasse.
Der Erfolg ist darin natürlich verwoben. Er wird hier auch nicht als materieller. sondern als intellektueller Erfolg verstanden.
So ist deutlich zu differenzieren, was genau gemeint ist mit den plumpen Begriffen Erfolg und Sicherheit. Sie hören sich in ihrer puren Form fast banal an und roh, als würden sie ein so weitgehendes Phänomen wie das zusammentreffen von Menschen mechanisch wirken. So als könnte man es ganz einfach verstehen. Dies ist bestimmt nicht der Fall.

Ein wichtiger weiterer Oberaspekt ist ein Sonderfall der Sicherheit. Sie entwickelt sich in einer Gruppe , und zwar zum Selbsterhalt. Es ist schwierig festzustellen, weil die Gruppe ihn selbst abstreiten wird , ebenfalls zum Schutz der eigenen Struktur. Es ist die Bildung eines Feindbildes / eines Idols.
Die zweite Möglichkeit ist nur eine andere extreme Richtung, die wir gesondert mit ähnlichen Argumenten betrachten können. Zur ersten etwas ausführlicher.
Der Mensch ist nun also in einer Gruppe, weil er sich sicher fühlen möchte und weil er dadurch einen Gewinn sieht. Er gewöhnt sich daran und an die anderen und ist damit ganz zufrieden. Gemessen an der Größe der Gruppe wird es auch so schnell nicht eintönig sondern hat die Illusion oder vielleicht sogar die Realität eines veränderlichen Organismus, dessen Teil man ist. Er soll geschützt werden, weil dieser Organismus auf einmal sich selbst wieder in einem Sicherheitsdefizit sieht. Seltsam, als wäre er nicht mehr das Individuum sondern die Maße, als dessen Teil er sich verschrieben hat. Mit Hilfe des Feindbildes gibt es einen großen gemeinsamen Nenner, der die Gruppe auf Dauer zusammenhält, vorzugsweise mit dem Ziel das Feindbild zu beseitigen, am besten natürlich so dass das gar nicht möglich ist. Es wird zum Hauptgesprächsthema, das nur nebenher besprochen wird. Keiner erwähnt es wirklich , aber ab und zu bricht es doch hervor, und selbst wenn der eine Teil der Gruppe die Entscheidung der Mehrheit noch nicht realisiert hat, so wird sie doch unter Wahrscheinlichkeit dieser Meinung zustimmen müssen, möchte sie weiterhin die wichtigen Voraussetzungen zur Sicherung des eigenen Bedürfnisses : Gruppe behalten.

Die Frage muss das sein ? Es ist nur ein anfänglicher Charakterzug einer Gemeinschaft. Mit der Zeit wird sich die Gruppe, gemessen an ihrer Größe so gleich vorkommen, dass sie nicht mehr den großen Nenner braucht um zusammen zuhalten. Es herrscht ein Vertrauen untereinander, welches Zweifel und eventuell sogar gewollte Angriffe von außen übersteht. Um das zu verwirklichen, muss erzwungener maßen der eine vom anderen Bescheid wissen in einer Weise, die sich in unserer Gesellschaft nicht realisiert hat bis heute, und das obwohl ich davon ausgehe das sie sich danach sehnt.

Zur Anfangsfrage also, wieso ist in westlichen Zivilisationen das Zusammengehörigkeitsgefühl so einen niedrigen Stellenwert zu haben scheint. Ich gehe davon aus das sie , also die Menschen eine Entwicklung durchmachen, in der sie sich vor so vielen Fragen stellen muss, die abzuwägen sind, und die sie entweder auf den Weg bringt, der dazu führt, dass die Entwicklung in einer stabile Einheit die sich gegenseitig vertraut und achtet und kennt, entweder unterstützt oder untergräbt. Die Entscheidung hängt am Individuum. Es gibt wohl Momente in unserer Geschichte, sei es die deutsche oder beispielhaft die amerikanische, welche noch so jung ist, dass sie noch am Anfang einer Entwicklung steht, welche schon viel fortgeschrittener war und damit endet, dass wir uns gegenseitig nicht mehr als gegenseitig sehen werden sondern als gleichseitig.

Die Interessen des Individuums gegen die der Allgemeinheit

Die Allgemeinheit besteht aus der Zusammenballung von Individuen. Die Allgemeinheit , also die Maße besteht nur aus dem Grund, sozialen Austausch, in jeglicher Form, zu dienen. Dieser Austausch ist nur möglich wenn es Regeln gibt, nach der sich die Maße richtet um diesen in standadisierte Formen zu bringen, womit der Sprung von Maße zum Individum zurück erfolgen kann.
Es ist so eine Art Hilfestellung. Bedeutet das aber, dass der Mensch nicht in der Lage ist ohne Regeln oder Standardts miteinander sozial zu agieren?
Die Antwort lautet meiner Meinung nach : nein !
Stellt man sich eine Modellwelt vor, in der jeder Mensch isoliert vom nächsten lebt, dann versucht er zunächst nicht Kontakt aufzubauen , ist er sich schließlich doch nicht im klaren darüber, dass solche Strukturen überhaupt existieren.
Ich bin der Ansicht, dass der Mensch irgendwann auf Grund seiner eigenen Existenz , auf die Existenz von mehreren aufmerksam geworden ist. Diese Entdeckung ist nebenbei nur möglich wenn wir über ein Bewustsein verfügen, was uns von Tieren unterscheidet.
Also der Mensch entdeckt sich selbst und schließt dadurch auf andere. Diese anderen müssen im gewissen Ramen ihm ähnlich sein, schließt er schließlich von sich auf andere.
Diese anderen Individuen werden im Modell nun zusammengeführt. Die Menschen erkennen sich gegenseitig nur an den Dingen, die sie auch an sich selbst wiedererkennen ( Haarfarbe , Anatomie ect. ).
Dadurch entsteht noch nichts Soziales, aber der Wiedererkennungseffekt ist gegeben.
Nun entsteht bei einem Individuum ein Problem . Zum Beispiel kann er ein bestimmtes Hinderniss nicht überwinden. Zunächst wird das Individuum versuchen seine eigenen Möglichkeiten zu testen. Er kommt, im gewissen Maßen darauf, dass er die Umgebung mit einbezieht, wobei dies ein fortgeschrittenes Denken braucht, welches hier nicht weiter betrachtet werden soll.
Die Problemlösung findet sich durch die Betrachtung auf sich selbst und seine Fähigkeiten und wird gekoppelt mit dem Wiederkennungseffekt und der Möglichkeit zu abstrahieren.
Wieviele von mir benötigt man um das Hinderniss zu überwinden ? 2. Also suche ich so jemanden wie ich.
Die angebotene Hilfe wird dannach belohnt , in dem derjenige sozial gesehen in seiner Schuld steht. Diese Schuld muss nie beglichen werden, kann aber beglichen werden, um verfügbar zu sein für größere Gefallen.

Als Beispiel könnte man angeben, dass ich irgendwann jemanden zuverlässiges brauche um mich zu halten, während ich einen Apfel pflücke. Tritt der andere zu Seite verletze ich mich, da ich demjenigen jedoch einige Gefallen von niedriger Priorität getan habe, ist es zu erwarten, dass der andere mir hilft. Ich helfe ihm im gegenzug auch wieder.

Dieses Beispiel ist auf sehr viele Bereiche anzuwenden, ist aber betont nicht Zwang, sondern nur ein Mittel um alle Lebensbereiche erfüllter zu machen, durch wachsende Möglichkeiten.

Dieses Verhalten führt nun dazu, dass ich mich praktisch automatisch in eine Gruppe einfüge, weil sie mir Vorteile bringt, die sich aus mir selbst ergeben. So gesehen , stellt nicht die Maße mir die Regeln auf, sondern ich mir selbst.

Was bedeutet nun in dem Fall selbstlos ?
Selbstlos sein wäre in dem Fall , jemanden einen Gefallen zu tun , ohne dass es jemals auch nur Möglich scheint, dass der andere mir hilft.

Ich tue dass, wie auch schonmal in einem anderen Beitrag beschrieben, weil dort die Erziehung und auch die natürliche Belohnungsebene eine Rolle spielt.
Irgendwann haben wir uns so an das Helfen und Gegenhelfen gewöhnt ( oder wurden dazu erzogen) , dass sich ganz automatisch ein Glücksgefühl einstellt, wenn wir jemandem helfen. Dieses Gefühl allein wird uns dann zum Lohn.

Anders könnte man auch selbstlos sein, weil man Ideale hat, also größere Ziele, welche nur erreicht werden können, wenn eine große Menge Individuen eine unüberschaubare ( oder schwer überschaubare ) Aufgabe erledigen. Dies ist manchmal nur möglich , wenn man selbst das Ideal erfüllt, auch wenn es nicht den erwünschten größeren Nutzen direkt birgt.

Zusammenfassend ist die Gruppe oder die Maße oder die Allgemeinheit auch nur ein Mittel um sich selbst zu entfalten.