Der freie Wille

Es ist ein großer Scherz.

Er kann nicht funktionieren. Es entspricht nicht der Vorstellung von etwas das wir für real halten würden. Es entspricht auch keiner logischen Kette die wir im Stande sind aufzubauen. So muss der Mensch in seinem Mensch-Sein zugeben, dass es ihn nicht gibt.

Viel einfacher ist es anzunehmen , dass alles Gründe hat, die jeweils von Gründen geprägt sind. Das sich also eine sehr lange Kausalkette aufgebaut hat, in der gesamten Zeit, die wir überblicken können und wiederum nicht. Denn dadurch, dass wir den Überblick über diese Kette , mit ihren vielen Nebenketten, verloren haben, macht sich ein Gefühl und eine Ahnung bereit in das kausale Denken einzudringen. Es handelt sich dabei um den eben verspotteten freien Willen. Auch diese , aus Mangel an Überblick geborene Idee ist ein Teil des Mensch-Seins.

So ist beides begründet.

Ich will den freien Willen dennoch nicht abschreiben. Er ist eine Stütze und ein riesiger Katalysator für den Verstand. Das liegt daran, dass unmittelbare Ursachen schneller eingeführt werden in die lange kausale Kette, wenn der Ausführende durch seine Begrenzungen nur auf das Unmittelbare Rücksicht nimmt und so schneller handelt ( entscheidet ). Praktisch gesehen ist die Idee des freien Willens ein Garant für die Fortführung der Kette, die sonst Gefahr laufen könnte, zu stagnieren. Ein an den Determinismus gefesselter Mensch verliert schnell den Glauben an den freien Willen und verhindert so teilweise die Einbindung neuer Ursachen oder Gründe in die Kette. Deshalb ist der freie Wille zu bewundern. Wegzudenken ist er sowieso nicht und als Mensch mit Verstand in seiner Funktion auch leichter zu akzeptieren.

Das erste Prinzip

Auf ganz allgemeinen Annahmen fußt folgendes :

Ist jedes was ist, irgendwann einmal entstanden aus etwas
anderem, dann ist alles aufbauend von etwas.

Nichts geht verloren, es kann nur neu entstehen, was einmal
schon war.

Wir haben zwei Theorien, einmal die von dem „unbewegtem Beweger“,
der zu Beginn in der Lage war etwas zu schaffen ohne selbst
geschaffen zu sein. Zum anderen diese, dass es möglich ist
etwas zu schaffen ohne dass es vorher da war.

Sollte es die erste These sein, dann ist dieser Beweger entweder
eine Schöpfung der zweiten These oder eine Schöpfung eines
weiteren Schöpfers. Die zweite Annahme führt jedoch unweigerlich
zu der zweiten These, so dass der Erhaltungssatz nicht mehr gilt.

Es ist also möglich aus nichts etwas zu formen. Es ist daran
zu entdecken, wie aus dem nicht vorhanden sein von etwas,
etwas entstehen könnte. Ist dieser Prozess einmalig oder
wiederholbar und wenn er einmalig ist, welche Bedingungen, die
es ebenfalls sind, müssten dann gegeben sein ?

,,Dass ich erkenne, was die Welt, im Innersten zusammenhält“
(Faust I)