Versöhnung

Halt!
Schaue dir den anderen an oder das, was du vor dir siehst. Schau dich um und schau dir die anderen um ihn herum an. Und schau dir die Dinge die um diesen und um diese herum sind an. Sehe dir deine Füße, deine Beine, deine Hände an. Schau an was du in den Händen hälst. Denke, was zwischen dir un dem anderen ist. Damit meine ich das was du hälst und was um die anderen herum ist.

Vergleiche all das mit den Dingen die du bereits kennst und die du bereits sehen konntest. Ziehe diese Dinge von den Dingen ab, die gerade jetzt um dich herum sind. Das was dann noch bleibt ist neu. Überprüfe in Gedanken die Aktionen, die du damals getan hast unter den selben umständen und prüfe wie sich dir danach gefielen. Prüfe auch wie die neuen Dinge zur damaligen Situation beigetragen hätten und wäge die Auswirkung ab.

Bewerte deine damaligen Entscheidungen mit den immer währenden moralischen Grundsätzen, die gegen deinen Instinkt gehen mögen, aber auf Wegen der Logik geprüft wurden. Diese moralischen Grundsätze sind es schließlich die dich dazu befähigen überhaupt zu bewerten, richtig zu bewerten.

Ziehe dein „Ich“ zurück, deine Wünsche und deinen Antrieb. Sei vollständig passiv und errate all das was die anderen um dich herum tun, denken und fühlen könnten. Nimm dich heraus aus diesem Kreis und schaue erneut auf all die Dinge um dich herum und zwischen dir und dem anderen und an dir dran. Vergleiche auch diese Idee mit deinen früheren Erfahrungen und Aktionen.

Bewerte zuletzt wie gut dein Fehlen und deine Nachsicht besser wären, im Vergleich zu deinem früheren Handeln und deinem jetzigen Wunsch und tue das alles wieder mit den moralischen Grundsätzen.

Versöhne dich.

Ach wenn ich jetzt nur, dann

Und dann war da wieder das Wochenende. Nicht passierte. Ich hab die Sachen gemacht, wozu ich in der Woche so wenig Zeit habe, dass ich alles im Schnelldurchlauf machen muss, wenn ich es überhaupt machen will.

Also ich rede von sowas wie Videos schauen, selber kochen, Haushalt, Einkaufen und sowas. Nebenbei noch Abends vlt. schnell zum Sport gehen mit Freunden.

Und dann ist es Wochenende und ich habe wirklich viel Zeit, habe aber immer noch dieses Momentum in mir, so dass ich um 13 Uhr mit allem fertig bin. Tja, und dann sitze ich in meinem Bürostuhl und muss mir etwas ausdenken. So dreht sich dann der Spieß halt um. Es gibt keine Routine mehr die mich bestimmt, sondern ich muss meinen Tag selber bestimmen.

Ich glaube im kleinen Maßstab ist das noch erträglich und die meisten machen ihre Wochenenden zu einer anderen Art der Routine. Da geht man dann jeden Samstag zu Freunden zum Fussball gucken oder mit seiner Freundin irgendwo hin, wer weiß. Am besten ist man so beschäftigt, dass man nicht mal merkt wie das Wochenende schon wieder vorbei ist.

Auch wenn Probleme plötzlich auf einen zukommen, die einen völlig aus der Fassung bringen, hauptsache man bekommt ganz schnell den Alltag wieder hin. Als wäre es das wichtigste auf der Welt.

Ich glaube, dass die Routine und der Alltag deswegen so wichtig für mich sind, weil ich Angst habe, dass ich dann eventuell gar nichts mehr tun kann. So sind es nur ein Paar Stunden am Wochenende, aber wenn ich ständig selbst bestimmen müsste, was ich den ganzen Tag über mache, dann hätte ich überhaupt keine Sicherheit mehr. Ich wäre dann so zu sagen absolut selbstständig, in einer etwas anderen Bedeutung des Wortes.

Und so komme ich also wieder an einer der grundlegenden Bausteine meines Handelns an, der Angst. Die Angst ist sowas von im Weg. Ich glaube, dass ich viel mehr tun könnte, wenn diese nicht wäre. Oft ist es auch nur eine abgewandelte Form der Angst, die ich dann Faulheit/Trägheit nenne.

Ach wenn ich jetzt nur, dann..

Schuld und Sühne

Es wird überraschen, aber ich bin nicht frei von Schuld.
Die Möglichkeiten, die sich mir tagtäglich eröffnen, die ich aber nicht erfülle, nicht einmal im kleinen, sind Teil einer Schuld, welche sich über mein Leben hinweg aufbaut. Sie hat dadurch keine Möglichkeit relativiert zu werden. Der Unsinn daran ist, dass ich es realisiere und mich schlecht dabei fühle so zu sein. Die Veränderung jedoch die es bräuchte um auch nur eine Winzigkeit daran zu ändern erfordert soviel Kraft und Überwindung, dass ich sie lieber nicht durchführe. Das einzige, zu dem ich mich ab und zu durchringen kann, sind Entscheidungen, die ich in einer Art von Spontanität durchführe. Ich hoffe, dass sie zu einem für mich guten Weg führen ohne genau zu wissen warum. Im selben Augenblick jedoch überlege ich schon für mich selbst, wie ich mögliche Probleme umgehe. Oft gehört dazu einmal gemachte Veränderungen wieder rückgängig zu machen. Nur gibt es Veränderung, die sich nicht rückgängig machen lässt und dann bleibe ich auch noch bei dem Argument, dass ich mir Zeit lasse um zu wissen, wie es sich entwickelt.
Was mir fehlt und helfen würde die Möglichkeiten aufzugreifen und zu Nutzen ist eine Stütze, die so unveränderlich ist, dass ich immer zu ihr zurückkehren kann, so dass Risiken, die ich eingehe nicht zu etwas führen, was ich nicht mehr beeinflussen kann. Diese Stütze, ein anderer Mensch, eine Freundin vielleicht, ist aber dann nicht mehr durch sich selbst auszeichnend, sondern durch eben diesen Wunsch und kein Mensch, der nicht solch quere Gedanken hat, würde sich aus diesem Grund auf jemanden einlassen, auch wenn ich noch nicht weiß, aus welchem Grund noch.
Dieses Jammern über die aktuelle Lage wird sich legen und es wird neues Jammern kommen. In der Öffentlichkeit würde ich darüber nicht sprechen, es sei denn man fordert mich dazu in einem ernsten, sicheren Rahmen auf. Der ist aber durchaus nicht immer meinen Vorstellungen entsprechend. Ich will mich nicht beschweren. Der Glaube an etwas kleineres muntert mich dabei auf, weist mich aber im selben Augenblick auf das große hin, dem ich unterlegen bin.